Von unserer Musiktheaterpädagogin Franziska Preiser

Produktionsklasse Streetcar
Produktionsklassen erleben durch Probenbesuche die Entstehung einer Theaterproduktion ganz nah mit.

Eine Produktion begleiten, Einblicke in Probenprozesse erhalten und sich intensiv mit einem Stück auseinandersetzen: Im Rahmen einer Produktionsklasse können Schulklassen bei uns am Theater Koblenz eine Patenschaft für ein Stück übernehmen. In dieser Spielzeit konnte ich für dieses Format in der Sparte Musiktheater einen DS-Kurs der Jahrgangsstufe 11 einer Koblenzer Schule für die Produktion „A Streetcar Named Desire“ gewinnen. Schon früh, Ende März, haben der betreuende Lehrer und ich den zeitlichen Ablauf und die grobe inhaltliche Planung festgehalten. Während für mich die weitere Ausgestaltung der Termine begann, wurden die Schüler durch ihren Lehrer über das Projekt informiert. Eine Schülerin beschreibt dies so:

„Als unser Lehrer in Darstellendem Spiel uns an einem Mittwochmorgen voller Enthusiasmus fragte, ob wir als Produktionsklasse die Oper ,A Streetcar Named Desire’ begleiten wollen, wussten wir noch nicht richtig, was uns erwartet, doch trotzdem willigten wir ein. Einige Zeit verging, ohne dass wir etwas Weiteres über die Patenschaft hörten, bis Frau Preiser, welche am Theater arbeitet, zu uns in den Kurs kam, um mit uns unsere Ideen zu dem Stück zu sammeln.“

Als ich zum ersten Mal die Klasse besuchte, liefen die Proben der Produktion bereits eine Woche. Mir war es wichtig, zu erfahren, was die Schüler bereits an Vorwissen haben und was sie sich von dieser Form der Patenschaft erhoffen. Auf diese Weise konnte ich noch mehr auf Wünsche eingehen und die Zeit der Zusammenarbeit für beide Seiten möglichst interessant gestalten. Neben den geplanten Probenbesuchen haben wir gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen geworfen und ein Gespräch mit unserem Intendanten Markus Dietze über die Produktion geführt, der die Regie bei „A Streetcar Named Desire“ führt. Die Schüler bekamen gleich zu Beginn die Aufgabe, sich weiter über das Stück zu informieren und sich selbst Gedanken über eine Umsetzung zu machen. Aus der Schülerperspektive ging es wie folgt weiter:

„Später durften wir auch selbst in die Rolle der Spezialisten schlüpfen, um unser eigenes Bühnenbild und Kostüme für die Oper zu gestalten. Daraufhin lud uns Frau Preiser auch in das Theater ein, damit wir die Arbeit hinter einem Stück beäugen und zwei Proben mitansehen konnten. Als Abschluss der Patenschaft besuchte der ganze Kurs die Premiere von ,A Streetcar Named Desire’.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Produktionsklasse eine große Chance für uns alle war, hinter die Kulissen des Theaters zu schauen. Und das Projekt hat uns auch gezeigt, wie viel Arbeit es kostet, ein solches Stück auf die Bühne zu bringen. Mit Sicherheit würden wir alle nochmal die Gelegenheit ergreifen, bei einer weiteren Patenschaft dabei sein zu dürfen.“
Rückblickend finde ich diese Form von Kooperation zwischen Schule und Theater eine lohnenswerte Arbeit. Mir hat es viel Freude bereitet, mit den Schülern und einer Produktion so eng und intensiv zusammenzuarbeiten.

Dieses Format wird auch in der nächsten Spielzeit weiterhin in allen Sparten seitens der Theaterpädagogik angeboten, sodass sich interessierte Lehrer und Klassen gerne bei uns melden können.