Zurück zum Ex?

„Wenn Menschen, die einen Partner suchen, nach langer Zeit ihre Jugendliebe wiedersehen, sind sie bereit, den anderen zu idealisieren, weil sie sich an die guten alten Zeiten erinnern und alles andere verdrängen oder vergessen haben“, sagte die Frankfurter Paartherapeutin Christine Backhaus vor ein paar Jahren in einem Interview in der „FAZ“. Anna, zu Besuch bei ihrem Ex Till, geht es genauso. Die junge Autorin Patty Kim Hamilton hat ihnen dabei zugehört – und das Gesprochene, so scheint es, minutiös protokolliert. Das Ergebnis: ihr Stück „Zigaretten zum Nachtisch“, das von Selbsttäuschungen und Lebenslügen erzählt.

Am Set von Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten
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Was ist gelogen? Was ist wahr?

Dass Marianne Bachmeier den Mörder ihrer Tochter Anna erschoss, ist drei Jahrzehnte her. Es war der bislang aufsehenerregendste Fall von Selbstjustiz in Deutschland und beherrschte monatelang die Schlagzeilen. Die Berliner Autorin Sarah Amanda Dulgeris, damals sechs Jahre alt und heute selber Mutter, hat sich von diesem Fall zu einem Schauspiel inspirieren lassen. Benannt hat sie es nach der Tatwaffe: „beretta kaliber 22“. Die Uraufführung ihres Werks hatten wir für dieses Frühjahr im Theater geplant. Pandemiebedingt können wir es aber nun leider nicht vor einem Live-Publikum spielen. Deshalb haben wir beschlossen, es zu verfilmen.

Ensemble von Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten während der Dreharbeiten zu beretta kaliber
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Vorgefühlt: „Gräfin Mariza“ – Mehr als Show und Tralala

Mit Operetten hat das Theater Koblenz in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht. So steht nun nach der „Herzogin von Chicago“ (2016) und der „Csárdásfürstin“ (2018) ein weiterer Klassiker von Emmerich Kálmán auf dem Spielplan: seine weltbekannte „Gräfin Mariza“. Es inszeniert die Französin Pascale-Sabine Chevroton, eine ausgebildete Tänzerin, die damit ihren Einstand in Koblenz gibt. Ein Porträt.

Pascale-Sabine Chevroton – Regisseurin von Gräfin Mariza
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Spielzeitstart: Wir waren doch nie weg!

Am kommenden Samstag, 3. Oktober, hebt sich erstmals seit März wieder der Vorhang im Großen Haus für eine Vorstellung mit Publikum. Dann steht die Premiere von Eugène Labiches Komödie „Das Sparschwein“ auf dem Spielplan, es inszeniert Intendant Markus Dietze. Wir haben mit ihm gesprochen. Über das Theater in schwierigen Zeiten und das, was uns allen fehlt: die Erfahrung von Nähe und gemeinsamem Erleben.

Foto: Matthias Baus für das Theater Koblenz
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Vorgefühlt: „Nabucco“ – Große Oper in Zeiten der Pandemie

Giuseppe Verdis „Nabucco“ findet statt. Was so normal klingt, ist alles andere als das. Denn das Corona-Virus hat die Theater ordentlich durcheinander gewirbelt. Auch in Koblenz. Trotzdem ist auf der Festung Ehrenbreitstein vom 11. bis zum 19. Juli eine große Oper live zu sehen und zu hören – mit Solisten und Statisten, Chor und Orchester. Wie so ein Abend in diesen Monaten überhaupt Realität werden konnte, hat uns Intendant Markus Dietze erzählt. Ein Interview.

Nabucco Schlussbild
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