Schultheatertage reloaded: Konzentration, Kreativität und Körperarbeit

„Wir haben uns heute als Kurs verbessert“, so lautet Anna Knebels Rückmeldung zum Schultheatertage. Sie ist Schülerin der Oberstufe am Max-von-Laue-Gymnasium und war mit ihren Mitschülern des Kurses Darstellendes Spiel zu Gast im Theater Koblenz. Nach einer Theaterführung, die das Verständnis für die Prozesse hinter den Kulissen vertiefte, arbeitete der Kurs intensiv in einem mehrstündigen Workshop unter der Leitung von Musiktheaterpädagogin Corinna Stüttgen. Mitschüler Janek Winkelmann nimmt aus diesem vor allem die Erkenntnis mit, dass Spielszenen innere Ruhe und Pausen benötigen.

Schultheatertage: Max-von-Laue Gymnasium
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Vorgefühlt: „Daheim“: Eine Eigenproduktion der Jungen Enthusiasten

„Daheim“ ist es am Schönsten. Die Meinungen zum eigenen Heim oder dem Zuhause sind so vielfältig wie ihre Bewohner, die je nach Herkunftsland, Kultur, Prägung, beruflicher Situation und Alter sehr unterschiedliche Auffassungen zu ihrem Zuhause haben.

Der Begriff „Heimat“ war lange aus der Mode und galt als spießbürgerliches Klammern an alte Traditionen, zumindest aus der Sicht der Jugend. Das Bekenntnis zur eigenen Heimat, die „Heimatverbundenheit“ liegt heute wieder im Trend. Ebenso wie der Verkauf regionaler Produkte und die Modernisierung alter Traditionen. Heimat bleibt uns im Leben treu und formt unsere Identität. Heimat bleibt auch ein Teil unserer Identität, wenn wir sie bewusst verlassen und uns flügge in die große weite Welt stürzen, um zum Beispiel zu studieren. Wir erinnern uns in der Fremde an unsere Heimat, wenn wir den heimatlichen Dialekt hören, eine Landschaft sehen, die der Heimischen nahe kommt oder einen bestimmten Geruch wahrnehmen, der an das Elternhaus erinnert. Schlimm wird der Verlust der Heimat, wenn wir gezwungen werden sie und das Zuhause zu verlassen, weil es woanders bessere Arbeitsmöglichkeiten gibt oder die Flucht aus der Heimat nötig wird, weil ein Krieg ausgebrochen ist. Die unbegrenzten Möglichkeiten, die uns heute weltweit geboten werden, scheinen auch ein Bedürfnis nach Ruhe und Sicherheit in einem bekannten Umfeld „Daheim“, in der Heimat, in uns auszulösen. Doch wie definiert sich der Begriff „Daheim“ überhaupt. Liegt ein Heim immer in der Heimat und ist das „Daheim“ auch gleichbedeutend mit Zuhause?

Bühnenbild Daheim
Foto: Katharina Dielenhein für das Theater Koblenz

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Auf die Sitzplätze, fertig los! Vorverkaufsbeginn von “Die kleine Hexe”

Draußen wird es wärmer, das Eis schmeckt immer besser und alle Schulen arbeiten auf die lang ersehnten Sommerferien hin. Perfekte Gegebenheiten, um über Weihnachten zu sprechen. Ja richtig, Weihnachten, denn Weihnachtszeit ist Märchenzeit. Wo ist da der Zusammenhang? Ganz einfach: Heute beginnt der Vorverkauf für das diesjährige Weihnachtsmärchen „Die kleine Hexe“, bearbeitet von John von Düffel nach Otfried Preußler.

Staatliches Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien Koblenz, TD Altenkirchen – Die kleine Hexe
Foto: Matthias Baus für das Theater Koblenz

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Theaterpädagogik: Die Brücke zwischen Theater und Publikum

Generell wird sie als Brücke zwischen dem Theater und dem Publikum verstanden. Wikipedia meint, die Theaterpädagogik bewege sich zwischen den Bereichen Theater und Pädagogik. In Büchern liest man, die Theaterpädagogik ermöglicht den Zugang zum Theatermachen für alle.

Theaterpädagogen beschreiben sich als Abenteurer und Grenzgänger zwischen Wissenschaft, Kunst und einer spielerischen Praxis. All diese Definitionen erscheinen recht vage und es ist für viele Menschen schwierig, sich etwas Konkretes darunter vorzustellen, wenn ich mein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur (kurz FSJ) im Bereich Theaterpädagogik beschreibe. Und auch, wenn es unterschiedlichste Definitionen und Ansichten über die Rolle der Theaterpädagogen im Theater gibt, ist man sich doch über eines relativ einig, es ist schwer möglich, ein einheitliches Berufsbild des Theaterpädagogen zu zeichnen. Aus diesem Grund werde ich anhand meiner Erfahrungen, die ich während meines FSJ, gesammelt habe, grob umzeichnen, wie diese theaterpädagogische Brücke in der praktischen Umsetzung am Theater Koblenz aussieht. Hier kommt also ein kleiner Guide zu meiner Arbeit als FSJlerin in der Theaterpädagogik.

Sarah Ben Bornia, die FSJlerin der Theaterpädagogik bei einem Seminar in Amsterdam.

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Vorgefühlt: „Deportation Cast“

“Deportation Cast” von Björn Bicker bringt ein komplexes gesellschaftliches Thema anschaulich auf die Bühne (Foto: Katharina Dielenhein für das Theater Koblenz)

Ende Mai blieb ich in den sozialen Netzwerken bei einem Skype-Video hängen, in dem ein 15-jähriges Mädchen weinend und tief verzweifelt erzählte, dass sie aus dem Unterricht geholt wurde und noch am selben Tag mit ihrer Familie nach Nepal abgeschoben wurde. In ein Land, dass ihr bis dahin völlig unbekannt war. „Das gibt es doch nicht!“, dachte ich voller Empörung. Wie kann das denn möglich sein, dass ein voll integriertes jugendliches Mädchen, das in die 9. Klasse eines Gymnasiums geht und in Deutschland geboren wurde, wie ein Verbrecher aus dem Unterricht geholt wird und abgeschoben wird. Unfassbar!

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Vorgefühlt: „Ausgesetzt“ – Ein Wanderstück der Identitäter

 

Es ist warm. Die Sonne strahlt über der Stadt und ich sitze auf einer Bank am Brunnen neben der Basilika Sankt Kastor. Ein Audioguide erzählt mir die Geschichte des Brunnens, er fordert mich auf, meine Umgebung, die Lichtreflexe im Wasser, die Form der Anlage und die Begrenzungen des Geländes genau anzusehen und meine Umgebung mit all den sommerlichen Farben und Gerüchen wahrzunehmen.

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