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Schon wenige Wochen nachdem das FSJ begonnen hat, ist Miriam Arnold als Produktionsassistentin von “Bilge Nathan” im Einsatz. Foto: Katharina Dielenhein

von Katharina Dielenhein, Miriam Arnold und Miriam Leuther

Als das Ende meiner Schulzeit nahte, stand ich – wie viele andere Schüler auch – vor der großen Frage: “Und nun?” Möglichkeiten, was man nach dem Schulabschluss machen kann, gibt es viele. Ganz klassisch etwa Ausbildung oder Studium, aber auch Praktika, Duale Studiengänge oder Work and Travel. Aber es gibt noch eine Möglichkeit, die viele junge Menschen beim Betrachten ihrer Möglichkeiten ganz außer Acht lassen: Das Freiwillige Soziale Jahr. Im sogenannten FSJ können junge Menschen ein Jahr lang Einblicke in die unterschiedlichsten Gebiete gewinnen, unter anderem ins Theater Koblenz. Denn auch wir bieten einmal im Jahr ein FSJ in unserer Abteilung Theaterpädagogik an. Die junge Frau oder der junge Mann, der sich in der Bewerbungsphase durchsetzt, nimmt an Workshops und Führungen teil und darf sogar ein eigenes Projekt auf die Beine stellen, bei dem ihm oder ihr fast vollkommen freie Hand gelassen wird. Miriam Leuther hat ihr FSJ bei uns gerade beendet, sie hat uns in der Spielzeit 2012/2013 begleitet. Miriam Arnold hat gerade mit ihrem FSJ begonnen. Wir haben die beiden gefragt, was ihnen gefallen hat beziehungsweise auf was sie sich freuen. /kdi

Ein Rückblick – von Miriam Leuther:

“Wenn ich heute als Statistin oder Besucherin das Theater betrete, denke ich schnell an die vielen Momente während meines FSJ in der Spielzeit 2012/2013. Heute weiß ich, welche Vorgänge sich hinter den Kulissen abspielen und was sich hinter einem Dreispartenhaus verbirgt. Als Statistin lerne ich jetzt noch kennen, was während einer Vorstellung dem Publikum abseits der Bühne verborgen bleibt und wie es ist, auf der großen Bühne zu stehen. Das FSJ Kultur ist eine außergewöhnliche Chance, in einen Betrieb einzutauchen, direkt am Geschehen teilzuhaben und sich individuell einzubringen. Außerdem ist es schön, das Gefühl vermittelt zu bekommen, als würde ich nach wie vor Tag für Tag ins Theater kommen. Die anfängliche Unsicherheit, wer sich hinter welcher Person verbirgt, und die völlige Desorientierung sind lange passé. Ich freue mich jedes Mal sehr, die Menschen zu treffen, die mich in meinem Jahr begleitet haben. Aber auch wenn mir alles so bekannt vorzukommen scheint, fallen mir auch die vielen Veränderungen auf, die sich seit der letzten Spielzeit getan haben. Neue Mitarbeiter, neue Darsteller, neue Tische in der Kantine und vieles mehr … aber trotzdem ist man nicht vergessen oder ersetzt. Selbst wenn die neue FSJlerin auch Miriam heißt. In diesem Sinne wünsche ich meiner Nachfolgerin und Namensverwandten alles Gute und ein genauso ereignisreiches und spannendes Jahr – das viel zu kurz war! – am Theater Koblenz, wie ich es erleben durfte!”

Ein Ausblick – von Miriam Arnold:

“Über ein Monat meiner FSJ-Zeit am Theater Koblenz liegt nun schon hinter mir, und mittlerweile ist mir das Theater richtig vertraut geworden. Aber langweiliger Alltag kommt hier nicht auf. Ich genieße jeden Tag aufs Neue die besondere Atmosphäre, die an solch einem Theater herrscht. Auf dem Weg zum Büro trifft man Schauspieler in ihren Kostümen, hört aus einem Winkel des Theaters Gesang und erhascht gleich mal einen Blick auf das neuste Bühnenbild. Am Anfang war alles noch neu für mich und teils sehr verwirrend – das Theater kam mir zu Beginn wie ein einziges Labyrinth vor. Aber immer ist gleich ein netter Mitarbeiter in der Nähe, der einem weiterhelfen kann. Obwohl ich erst seit relativ kurzer Zeit hier arbeite, habe ich schon die unterschiedlichsten Dinge miterlebt. Da mein Arbeitsbereich die Theaterpädagogik ist, konnte ich Workshops und Führungen mit Schulklassen begleiten, den Familiensonntag vorbereiten und Proben der Spielclubs besuchen. Als Nächstes werde ich die Produktionsassistenz beim zweiten Teil des Klassenzimmerstücks ,Bilge Nathan’ übernehmen. Gegen Ende des Jahres steht dann im Rahmen des FSJ ein eigenständiges Projekt an. Ich bin gespannt, was das Jahr in der Theaterwelt noch so mit sich bringen wird!”

Informationen zu den Rahmenbedingungen findet ihr auf der Seite FSJ Kultur.