„Wir haben uns heute als Kurs verbessert“, so lautet Anna Knebels Rückmeldung zum Schultheatertage. Sie ist Schülerin der Oberstufe am Max-von-Laue-Gymnasium und war mit ihren Mitschülern des Kurses Darstellendes Spiel zu Gast im Theater Koblenz. Nach einer Theaterführung, die das Verständnis für die Prozesse hinter den Kulissen vertiefte, arbeitete der Kurs intensiv in einem mehrstündigen Workshop unter der Leitung von Musiktheaterpädagogin Corinna Stüttgen. Mitschüler Janek Winkelmann nimmt aus diesem vor allem die Erkenntnis mit, dass Spielszenen innere Ruhe und Pausen benötigen.

Schultheatertage: Max-von-Laue Gymnasium

Schülerin Mara Maurer vom Wilhelm-Remy-Gymnasium in Bendorf begeistert es, in einem Workshop bei Theaterpädagogin Anna Zimmer „andere Methoden und Übungen kennenzulernen“. Und genau darum sollte es bei den 7. Schultheatertagen gehen: Neue Impulse und endlich mal genug Zeit für Theater. Zumindest einen Tag lang wurde dies für einige Gruppen mit insgesamt 100 Schülern zwischen 15 und 18 Jahren wahr: Eine Theater-AG und fünf Kurse des Darstellenden Spiels waren jeweils einen Tag im Theater Koblenz zu Gast. Mit dabei waren: das Hilda-Gymnasium, Koblenz; das Max-von-Laue Gymnasium, Koblenz; das Megina-Gymnasium, Mayen; die IGS Pellenz; die Realschule Cochem und das Wilhelm-Remy Gymnasium, Bendorf.

Lehrer Axel Eberhardt freut sich über diesen Luxus, für sich und seine Schüler einen ganzen Schultag lang ausschließlich Theater machen zu können und nicht an 45-minütige Unterrichtseinheiten gebunden zu sein. Dass dies auch noch im Theater von Theaterpädagogen verwirklicht wird, ermöglicht den Schülern aus seiner Sicht besonders anregende Erfahrungen. Das Schultheater betrachtet er als ein Kulturgut, welches für die Schüler persönlichkeitsfördernd ist und ihnen Freiraum zur Entwicklung gibt.

Schultheatertage: Wilhelm-Remy Gymnasium, Bendorf

Exakt diesen Freiraum wollten die Schultheatertage erweitern: Es ging nicht wie in den Vorjahren um eine Werkschau der Schulgruppen füreinander, sondern um einen intensiven Tag, gefüllt mit Spielerfahrungen für das jeweilige Schulensemble im geschützten Rahmen. Zugunsten von mehr Zeit zum gemeinsamen Experimentieren, Ausprobieren und Trainieren gestalteten sich die Schultheatertage in diesem Jahr neu, indem zu Theaterlaboren eingeladen wurde. Dabei lautete das Ziel, einen Tag lang praktisch – entsprechend den Bedürfnissen der jeweiligen Gruppe – zu arbeiten. Unter den von den Gruppen gewählten Schwerpunkten waren: Ensemblearbeit, Körpererfahrung oder kreativer Umgang mit Vorlagen. Das Theater Koblenz stellte dafür Raum, Zeit und das gesamte Team der Theaterpädagogik zur Verfügung.

Mehr als die Hälfte der Schüler besuchte zudem noch die Aufführung der Eigenproduktion „Daheim“ der Jungen Enthusiasten – dem Spielclub für Jugendliche und junge Erwachsenen des Theater Koblenz. Im Anschluss an die Aufführung erfolgte ein angeregtes Publikumsgespräch zwischen größtenteils gleichaltrigen theatererfahrenen Zuschauern und den Jungen Enthusiasten.

Andrea C. Junglas