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Am ersten Tag der Theaterpädagogik gewähren die Enthusiasten einen Einblick in ihre Arbeit.

von Katharina Dielenhein

Bundesweit bieten Theater-, Musiktheater- und Tanztheaterpädagogen Menschen jeden Alters einen Zugang zu Kultur. Sie fungieren als Vermittler zwischen der Institution Theater und Bildungseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen oder Universitäten. Ihre vielfältige Arbeit beinhaltet dabei drei Hauptaspekte: Spiel, Rezeption und Reflexion. Am Theater Koblenz sind fünf Mitarbeiterinnen und eine FSJ-lerin mit diesem Bereich betraut.

In Gesprächen oder Workshops bereiten Theaterpädagogen Schüler oder Studenten intensiv auf den Besuch von Theater, Musiktheater oder Tanz vor. In sogenannten Spielclubs bringen sie Jugendliche und Erwachsene selbst auf die Bühne, entwickeln gemeinsam Stücke, um sie später vor Publikum zu präsentieren. In sorgfältig erstellten pädagogischen Begleitmappen zu Inszenierungen geben sie Lehrern Anregungen, wie diese selbst theaterpädagogisch tätig werden und ihre Schüler auf den Besuch des Theaters vorbereiten können. Das Aufgabengebiet ist vielfältig.

Aber nicht nur nach außen, sondern auch nach innen erstreckt sich die Arbeit der Theaterpädagogen, etwa, wenn minderjährige Statisten, Schauspieler oder Sänger mit Spielen und Übungen auf ihre Aufgabe auf der Bühne vorbereitet werden. Oder aber, wenn sie jungen Darstellern beim Aufwärmen des Körpers oder der Stimme helfen.

Dass Theaterpädagogen trotz ihres großen Aufgabengebietes regelmäßig ihren Beruf erklären müssen, liegt vor allem daran, dass viele ihrer Tätigkeiten ganz unauffällig hinter den Kulissen geschehen: Weder Workshops auf Probebühnen noch vorbereitende Besuche in der Schule stehen auf den öffentlichen Spielplänen. Um auf das Tätigkeitsfeld aufmerksam zu machen, hat der Bundesverband Theaterpädagogik e.V. daher zum ersten Tag der Theaterpädagogik ausgerufen: Dieser findet unter dem Motto „Mehr Drama, Baby!“ bundesweit am 27. Februar statt. An jenem Freitag sollen Lehrer, Regisseure, Dramaturgen sowie Musik-, Tanz- und Theaterpädagogen Einblick in ihre Arbeit gewähren, etwa durch öffentliche Proben, Vorträge oder Workshops.

Am Theater Koblenz gewährt Theaterpädagogin Anna Zimmer einen Blick in den Spielclub für Erwachsene. Die Enthusiasten arbeiten derzeit intensiv an ihrem neuen Projekt „Satellitenstadt“, in dem sie sich mit Objekttheater beschäftigen. Während eines Probenbesuchs erfahren die Besucher einiges über Stückentwicklung und die professionelle Arbeit mit Laiendarstellern.

Enthusiasten-Collage
Eindrücke von den Enthusiasten

>> Am ersten Tag der Theaterpädagogik, dem 27. Februar 2015, können Besucher zwischen 18:30 und 20:00 Uhr den Enthusiasten, dem Spielclub für Erwachsene, bei einer Probe über die Schulter sehen. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung unter a.zimmer@theater-koblenz.de wird gebeten. Treffpunkt ist der Theatereingang in der Deinhardpassage.