Vorgefühlt: „Pippi auf den sieben Meeren“

Eine Flaschenpost ist immer aufregend. Man nimmt eine Flasche, ein Blatt Papier, einen Stift und einen Korken, naja oder eben eine Plastikflasche mit Schraubverschluss, geht auch, ist aber irgendwie nicht so aufregend wie eine Glasflasche mit Korken. Dann schreibt man eine Botschaft auf den Zettel, sowas wie: Lieber Unbekannter, wenn Du diese Nachricht findest, schreibe mir doch mal, wo Du die Flaschenpost gefunden hast. Oder man schreibt eine Bitte oder einen Wunsch, den man selbst hat auf den Zettel. Und dann kann man die Flaschenpost schon auf ihre große Reise schicken.

Ein unschlagbares Team (Foto: Matthias Baus für das Theater Koblenz)

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230 Jahre Theater Koblenz

Seit 1787 steht das Theater Koblenz als Kulturinstitution im Mittelpunkt dessen, was unsere Gesellschaft zusammenhält.

In diesem Jahr feiert das Theater Koblenz sein 230-jähriges Bestehen. Es ist der einzige erhaltene klassizistische Theaterbau am Mittelrhein und wurde 1787 in nur siebenmonatiger Bauzeit errichtet – eine derart kurze Zeitspanne für den Bau eines Gebäudes dieses Umfangs ist heutzutage schier undenkbar. Das Große Haus wurde durch den Trierer Erzbischof und Kurfürsten Clemens Wenzeslaus in Auftrag gegeben. Seinen Wunsch eines „Opern-, Komödien-, Ball- und Assembléehauses“ für die Stadt Koblenz und seine Einwohner setzte der Architekt Peter Joseph Krahé schließlich in die Tat um. Den Zweck dieses Theaterbaus fasst Wenzeslaus damals zusammen mit den lateinischen Worten „Musis Moribus Et Publicae Laetitiae Erectum MDCCLXXXVII“ (Den Musen, der Sittlichkeit und zur Freude der Öffentlichkeit errichtet 1787). Wenzeslaus platzierte diese Inschrift über den Eingang des Großen Hauses: Wie ein Credo sollte es seine Zeitgenossen und alle Nachfahren daran erinnern, dass dieses Theater gebaut wurde, damit das Volk zusammenkommen, sich versammeln und sich an der Kunst erfreuen kann.

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Vorgefühlt: „Ball im Savoy“

Paul Abraham, der ‚König der Operette’, brachte mit „ Ball im Savoy “ im Dezember 1932, am Vorabend des 2. Weltkrieges in Berlin einen Triumph zur Uraufführung. Und dies zu Zeiten der Endzeitstimmung.

Kein Ball im Savoy ohne Modetanz: Hier der Känguru-Foxtrott (Foto: Matthias Baus für das Theater Koblenz)

„Die werden doch keinen Krieg gegen die Operette führen“, sagte Abraham und verkannte den Ernst der politischen Lage. Er empfand sich als Operettenkomponist. Alles andere war für ihn unwichtig. Er registrierte zwar die Pöbeleien und gewalttätigen Übergriffe der neuen Staatsgewalt, die das Volk einschüchterten, verdrängte sie dennoch. Eine Haltung, die ihn wegen seiner daraus resultierenden späten Flucht aus Berlin ins Exil und somit fast in Lebensgefahr brachte. Hitlers Machtergreifung zwang den in Ungarn geborenen Juden zur Emigration, was gleichzeitig das Ende seiner künstlerischen Karriere bedeutete.

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Vorgefühlt:“Hexenjagd“

(Foto: Matthias Baus für das Theater Koblenz)

Wir legten einen Kreis aus Buchstaben auf den Tisch, verdunkelten den Raum, zündeten Kerzen und einige von diesen penetrant riechenden Räucherstäbchen an und stellten ein Glas in die Mitte des Tisches. Aufregend war das, der verbotene Blick in die Zukunft und in das Reich der Toten. Bedeutungsvoll sahen wir uns an, reichten uns die Hände und die Mutigste meiner Klassenkameradinnen übernahm die Rolle des Mediums. Wir atmeten tief ein und aus, schlossen die Augen, legten unsere Zeigefinger auf den Rand des Glases. Insgeheim hoffte ich, dass unser Vorhaben nicht funktioniert, was wäre passiert, wenn wir durch einen kleinen Fehler den Teufel gerufen hätten, der uns einen Dämon schickt. Kurz vor unserer ersten spiritistischen Sitzung hatte ich mich sicherheitshalber schon einmal mit den Merkmalen und Kennzeichen, an denen man den Teufel oder die dämonische Besessenheit angeblich erkennt, beschäftigt, um im Notfall rechtzeitig den Exorzisten informieren zu können. Ich hatte nämlich keinesfalls vor wie das Mädchen aus dem Film „Der Exorzist“ schreiend, schwitzend, mit Krämpfen und Schaum vor dem Mund unseren Gemeindepfarrer zu beleidigen. Besessene plaudern nämlich oft Bosheiten über andere aus, die sie eigentlich nicht wissen können. Ich war auf folgende Symptome vorbereitet:

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Vorgefühlt: Der Ballettabend „Gefallene Helden“

Ein Held ist die Verkörperung von heldenhaften Taten und Tugenden, die durch vorbildlich mutiges Handeln und moralisches Verhalten Bewunderung erwecken. Vielfach sind sie bereits aus dem antiken Heroen-und Ahnenkult hervorgegangen, wo sie oft als mythologischer und legendärer Göttersprössling oder Halbgott beschrieben wurden, der favorisiert als Kulturbringer und Kulturbeschützer galt. Andererseits kann der Held auch ein nichtsnutziger junger Mann sein. Zum Helden wird er erst durch seine erste außergewöhnliche heroische Tat, wenn er etwa einen Feind, ein Ungeheuer oder einen Riesen erschlägt, eine Blutrache ausführt oder Menschen aus Bedrängnis rettet. Ein Held entspricht normalerweise der Definition dessen, was in der jeweiligen Kultur als herausragend gilt.

Unsere Ballettcompagnie zeigt in „Gefallene Helden“ große Vielseitigkeit. (Foto: Matthias Baus für das Theater Koblenz)

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Vorgefühlt: „Magazin des Glücks“
Joseph-Breitbach-Preis an Dea Loher

Der Deinhard-Keller bildet eine ganz besondere Kulisse für „Magazin des Glücks“ (Foto: Matthias Baus für das Theater Koblenz)

Zum Glück gibt es das Glück, wie unglücklich wären wir sonst. Im Unglück ist das Leben nicht lebenswert und glücklich ist nur der, dem es gut geht, der erfolgreich ist, viel Geld verdient, viele Freunde hat, der in einer glücklichen Beziehung lebt und bezaubernde Kinder hat. Glückskinder eben. Oder sind doch die Leute, die mehr Glück als Verstand haben, die Glücklichsten? Wer Glück hat führt ein gutes Leben, demjenigen geht es in allen Bereichen sehr gut.

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