Vorgefühlt: „Nussknacker und Mausekönig” – Tanz in die romantische Bilderwelt

Ballettchef Steffen Fuchs und Dirigent Daniel Spogis proben „Nussknacker und Mausekönig“

Koblenz – Als Kind stand der Koblenzer Ballettchef Steffen Fuchs in Berlin bereits im Ballett „Der Nussknacker” mit der Musik von Piotr Iljitsch Tschaikowski auf der Bühne. „Das kann wohl fast jeder Profitänzer von sich sagen.“ Nun choreografiert er das beliebte Weihnachtsmärchen, das 1892 uraufgeführt wurde, mit seiner 16-köpfigen Compagnie selbst. Die quirligen Mäuse werden von Kindern örtlicher Ballettschulen gespielt, die er selbst gecastet hat. Erst im Lauf der Choreografie verwandeln sie sich in Monster-Mäuse, die das Tanzensemble verkörpert.

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Vorgefühlt: „Woyzeck“ – das Wahnsinnsstück

Ein wahnsinniges Stück? Oder ein Stück über den Wahnsinn? Wir waren zu Besuch auf den Proben. Und haben die Regisseurin Olga Wildgruber gefragt, wie sie das eigentlich sieht

Woyzeck: Was hast du?
Marie: Nix.
Woyzeck: Unter deinen Fingern glänzt’s ja.
Marie: Ein Ohrringlein; hab’s gefunden.
Woyzeck: Ich hab’ so noch nichts gefunden. Zwei auf einmal.

Woyzeck u.a. mit Jana Gwosdek
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Vorgefühlt: “Oskar und die Dame in Rosa” – Puppentheater auf Zeit in der Citykirche

Frank Alexander Engel inszeniert „Oskar und die Dame in Rosa“ im sakralen Raum

Koblenz – Menschen in schweren Lebenslagen finden in der Citykirche in der Koblenzer Innenstadt verschwiegene Gesprächspartner und Hilfe. Nun wagt das Team des offenen Gotteshauses am Jesuitenplatz in der Altstadt mit dem Theater Koblenz ein Experiment. Ab 21. September ist dort eine Bühnenfassung von Éric-Emmanuel Schmitts Erzählung „Oskar und die Dame in Rosa” zu erleben. Regisseur Frank Alexander Engel zeigt die Geschichte vom krebskranken Jungen und der ehemaligen Catcherin, die sich als Patientenbetreuerin im Krankenhaus um ihn kümmert, als Produktion mit Stabmarionetten, Flachfiguren und Objekten. Myrjam Rossbach und Arne van Dorsten spielen die Fassung für das Puppentheater.

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Vorgefühlt: “erst war es leer ohne herz, aber jetzt geht’s wieder” – Verletztes Reh mit Mädchenkörper

Neu im Puppentheater-Ensemble: Luisa Grüning probt Lucy Kirkwoods neue europäische Dramatik

Vom grausamen Erwachen der Prostituierten Dijana aus ihren Mädchenfantasien handelt Lucy Kirkwoods Stück „erst war es leer ohne herz, aber jetzt geht’s wieder”. Diesen sperrigen Satz sagt ein siebenjähriges Mädchen nach seiner Herztransplantation. Und er lässt sich auf die Protagonistin übertragen. Harte Worte wie diese schleudert die britische Dramatikerin dem Publikum nicht nur im Titel entgegen. Für die 29-jährige Luisa Grüning, neu im Puppentheaterensemble des Theaters Koblenz, ist die Arbeit mit dem Text ein Balanceakt. Mit ihrer Kollegin Hendrika Ruthenberg lotet sie Sprachebenen aus, die Traum und Wirklichkeit trennen. Denn Kirkwoods schockierenden Bildern wohnt Poesie inne.

erst war es leer ohne herz, aber jetzt gehts wieder

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Vorgefühlt: “La Cenerentola” – Ruckedigu, ruckedigu, Blut ist im Schuh

Das Libretto der 1817 uraufgeführten Oper „La Cenerentola“ basiert auf dem bekannten Märchen „Cendrillon“ aus der Sammlung Charles Perraults. Hierzulande wurde es als „Aschenputtel“ von den Brüdern Grimm in die „Kinder- und Hausmärchen“ aufgenommen. Das Libretto der Opera buffa von Jacopo Ferretti verzichtet allerdings auf jegliche Elemente von Phantastik und Magie – zugunsten eines markanten Realismus und durchaus zeitkritischer Züge. In „Aschenputtel“ drangsaliert noch die böse Stiefmutter das arme Mädchen. In der Oper wird die häusliche Tyrannin, wie bereits in anderen Fassungen des Märchens, durch einen Stiefvater ersetzt. Dieser ist in „La Cenerentola“ ein verarmter Adliger, der sich durch die Ehe einer Tochter mit einem Prinzen finanziell sanieren und gesellschaftlich rehabilitieren will. Die Rolle der Märchenfee übernimmt als Alidoro der Lehrmeister des Prinzen. Und auch der berühmte gläserne Pantoffel (oder Tanzschuh), mit dem der Prinz im Märchen auf der Suche nach seiner mysteriösen Angebeteten von Haus zu Haus reist, kommt nicht mehr vor. Im Libretto wird der Schuh durch einen Armreifen ersetzt. In der Inszenierung von Alfonso Romero Mora erwartet das Koblenzer Publikum in dieser Hinsicht eine Überraschung.

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Unser Blog wird vielseitiger. Und journalistischer.

Block Autorinnen

Auf blog.theater-koblenz.de schreiben seit inzwischen sechs Jahren unterschiedliche Autorinnen und Autoren über die Erlebnisse an einem Theater, über Terminsachen und natürlich über Kunst und Kultur im Allgemeinen. Unsere Reihe „Vorgefühlt“, in der wir jede Premiere vorstellen, erscheint ab dieser Spielzeit in neuem inhaltlichen Gewand: Wir freuen uns sehr, dass wir drei Journalist*innen dafür gewinnen konnten, unseren Blog durch ihre Texte zu bereichern. Elisabeth Maier, Falk Schreiber und Margot Weber werden euch künftig ca. zwei Wochen vor jeder Premiere über wissenswerte Aspekte unserer Neuproduktionen informieren und das in abwechslungsreichen Formaten und dem ungetrübten und dennoch zugewandten Blick erfahrener Kulturbeobachter*innen. Wir hoffen, dass Ihr euch mit uns über dieses zusätzliche Lesevergnügen freut und empfehlen – als erste Texte der neuen Reihe – nicht nur das schon veröffentlichte Gespräch von Margot Weber zu „Chess“ sondern, soeben erschienen, ein Interview von Falk Schreiber mit John von Düffel zum Gastspiel „It can’t happen here“ des Deutschen Theaters.

(md)

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