Vorgefühlt: “Prinzessin Hamlet” – Wenn Puppen das Unsagbare ausdrücken

Gedanken zu „Prinzessin Hamlet“ von E.L. Karhu in der Regie von Olga Wildgruber

Die Geschichte vom Dänenprinzen Hamlet glaubt jede und jeder zu kennen: Da ist einer, der seine Rache so lange hinauszögert, bis am dänischen Königshofe alle tot sind. Bis auf Horatio, der die Geschichte von Hamlet der Nachwelt überliefern soll. Aber ist Hamlet, der bei Shakespeare als tragische Gestalt zwischen mittelalterlichem Glauben und neuzeitlichem reformatorischen Denken eingepresst scheitert – und damit im 19. Jahrhundert neben Faust zum Sinnbild eines in der “vernünftelnden” Reflexion versunkenen (“deutschen”) Intellektuellen wurde -, wirklich nur einer, der als neu erwachtes Individuum scheitert?

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Vorgefühlt: “Der Kirschgarten” – oder das ewige Elend der Eliten

Erstmals lesen Sie in unserem Blog einen Beitrag des in der Ukraine geborenen Schriftstellers und Journalisten Dmitrij Kapitelman. Nach seinem Debütroman „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters“ war er 2021 mit seinem zweiten Roman „Eine Formalie in Kiew“ zu Gast bei den Koblenzer Literaturtagen „ganzOhr“ und begeisterte das Koblenzer Publikum mit Lesung und Talk nachhaltig. Seine Sicht auf die Probenarbeit zum „Kirschgarten“ unter dem Eindruck der aktuellen Ereignisse spürt Parallelen von Tschechow bis zur Gegenwart auf. 

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Vorgefühlt “AVENUE Q” – Alles Leben ist nur für einen Augenblick

Wer in der AVENUE A wohnt, der muss etabliert und reich sein. Wer sich hingegen eine Wohnung in der AVENUE Q leisten kann, der gehört eher zum sozialen Rand der Gesellschaft, wenn nicht gleich ganz zu den Losern. In ihrem gleichgetitelten Musical erzählen Robert Lopez und Jeff Marx nach dem Buch von Jeff Whitty von einem ganzen Häuserblock, den Christian Binz auf die Bühne stemmt: Ein wunderbar vergammelter Straßenzug, voller Graffiti; zerbröselndes Grau mit Löchern in und an den Mauern. Auch die Straße davor ist grau. Auch ansonsten wirkt dieser Ort unwirtlich. Ein Müllcontainer dominiert das Bild auf der rechten Seite, davor Müll und gelbe Säcke, auf der linken Seite stehen zwei hässliche Plastikstühle: Gemütlich ist es in der AVENUE Q nicht, auch wenn Kinderzeichnungen per Video eine fröhliche Stimmung assoziieren oder Kulissenteile wie ein rotes Sportauto oder das Empire State Building aus einem Bilderbuch ausgeschnitten erscheinen und auf eine naive Fröhlichkeit verweisen…

Wir zeigen euch in diesem Blogbeitrag exklusive Backstage-Eindrücke, fotografiert von Matthias Baus.
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Vorgefühlt “Maria Stuart” – Das geht nicht gut aus

Die schottische Königin Maria Stuart ließ ihren Mann umbringen. Aus Furcht vor den Konsequenzen flieht sie nach England, zu ihrer Großcousine, Königin Elisabeth. Die die Flüchtende erstmal ins Gefängnis werfen lässt – sie hat Angst, dass Maria ihr den Thron streitig machen könnte. Schillers Drama „Maria Stuart“ ist das faszinierende Psychoduell zweier Machtfrauen. Und es ist ein Vergnügen, zu sehen, wie sich große Schauspielpersönlichkeiten wie Dorothee Lochner (als Maria) und Raphalea Crossey (als Elisabeth) in dieses Duell werfen.

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Ein Held, der eigentlich gar nichts kann

In „Parsifal“ verletzt der Bösewicht Klingsor den Ritter Amfortas mit einem verzauberten Speer. Nur ein reiner Tor kann Amfortas retten, aber der weiß naturgemäß nicht, was er zu tun hat. Und außerdem mischen noch verführerische Blumenmädchen um die wilde Kundry mit … Markus Dietze inszeniert Richard Wagners Bühnenweihfestspiel. Und versucht, ein wenig Ordnung ins Chaos zu bekommen.

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