Vorgefühlt: „Arsen und Spitzenhäubchen“ – A Dead Man’s Party


Rodrigo Umseher, Christian Binz, „Arsen und Spitzenhäubchen“ ist wahrscheinlich das einzige Stück, in dem mit Mortimer ein Theaterkritiker eine Hauptfigur ist. Das bringt mir den Stoff schonmal nahe. Aber was interessiert Sie an dem Stück?
Rodrigo Umseher: In erster Linie war das Stück eine Vorgabe des Hauses. Ich habe mich dann durch diesen Wust an Seiten gekämpft und versucht, den Ursprungswitz in die heutige Zeit zu transferieren. Das war meine große Motivation: Wie kriegt man diesen anarchischen Witz, der in den Fünfzigern noch viel mehr gezündet hat, in die Jetztzeit? Eine der Figuren bei Kesselring ist ja eine Übertragung des damals sehr populären Horrorschauspielers Boris Karloff, und das habe ich auf alle anderen Figuren übertragen: Martha ist Angela Merkel, Abby sieht aus wie Theresa May, statt Boris Karloff haben wir Mickey Rourke … Und plötzlich hatte ich so eine Art Metaebene.
Christian Binz: Aber ohne dass wir explizit sagen: Das ist Merkel, das ist May … Im Originalstück hält sich eine Figur für den amerikanischen Präsidenten Teddy Roosevelt. Bei uns ist das Donald Trump.

„Arsen und Spitzenhäubchen“
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„Doctor Atomic“: Die Deutschen und die Kernspaltung

Mit was für Instrumenten haben die Physiker vor sieben Jahrzehnten gearbeitet? Und wie sah das alles eigentlich aus? Einen Ort gibt es, an dem das historische Wissen rund um die Atomphysik plastisch erfahrbar ist: das Deutsche Museum in München. Dort befindet sich, neben vielen anderen Exponaten, auch ein schlichter hölzerner Arbeitstisch, an dem Otto Hahn, Fritz Straßmann und Lise Meitner vor 80 Jahren eine bahnbrechende Entdeckung machten. Mit der sie schlussendlich J. Robert Oppenheimer und seinen Kollegen den Weg zur Atombombe ermöglichten. Wir haben uns, gemeinsam mit Regisseur Markus Dietze, die Ausstellungsstücke einmal angesehen.

Markus Dietze – „Doctor Atomic“
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