Vorgefühlt: „50°N7°O ‒ Tanzt … Vielfalt!“ Choreografien von Mitgliedern der Ballettcompagnie

Mitglieder der Ballettcompagnie stellen sich auch in diesem Jahr am Ende der Spielzeit noch einmal einer großen Herausforderung. Sie werden sich an eigenen Choreografien probieren. Die Herausforderungen, denen sich die vier Tänzer stellen, sind wie das Motto des Abends „Vielfalt“, ebenso vielfältig. Sie stehen dieses Mal nicht auf der Bühne, sondern nehmen den Platz der Regie vor der Bühne ein. Sie entwickeln ein Konzept und eine eigene Sprache der Bewegung, die sie ihren Kollegen vermitteln werden. Wie setzt man die eigene Fantasie in Bewegung um und welche Musik wählt man? Die jungen Choreografen sind für diesen Abend und die damit verbundene Probenzeit nicht mehr Tänzer in der Companie, sondern der Chef des Teams, der die Verantwortung für die Tänzer und sein entstandenes Resultat trägt.

In diesem Jahr choreografieren vier Mitglieder des Ballettensembles ihre Vorstellungen zum Thema „Vielfalt“, die vor allem auch aus der Unterschiedlichkeit der Nationalitäten der Choreografen erwächst. Chiho Kawabata stammt aus Japan, Michael Waldrop ist Amerikaner, Ivan Kozyuk stammt aus der Ukraine und Meea Laitinen ist Norwegerin. Die unterschiedlichen Nationalitäten, Werdegänge und individuellen Entwicklungen zu Künstler-Persönlichkeiten prägen die Geschichten, die sie in vier kurzen Stücken erzählen möchten.

Chiha Kawabata, Ivan Kozyuk, Meea Laitinen, Michael Waldrop
Fotos: Matthias Baus für das Theater Koblenz

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Vorgefühlt: „Daheim“: Eine Eigenproduktion der Jungen Enthusiasten

„Daheim“ ist es am Schönsten. Die Meinungen zum eigenen Heim oder dem Zuhause sind so vielfältig wie ihre Bewohner, die je nach Herkunftsland, Kultur, Prägung, beruflicher Situation und Alter sehr unterschiedliche Auffassungen zu ihrem Zuhause haben.

Der Begriff „Heimat“ war lange aus der Mode und galt als spießbürgerliches Klammern an alte Traditionen, zumindest aus der Sicht der Jugend. Das Bekenntnis zur eigenen Heimat, die „Heimatverbundenheit“ liegt heute wieder im Trend. Ebenso wie der Verkauf regionaler Produkte und die Modernisierung alter Traditionen. Heimat bleibt uns im Leben treu und formt unsere Identität. Heimat bleibt auch ein Teil unserer Identität, wenn wir sie bewusst verlassen und uns flügge in die große weite Welt stürzen, um zum Beispiel zu studieren. Wir erinnern uns in der Fremde an unsere Heimat, wenn wir den heimatlichen Dialekt hören, eine Landschaft sehen, die der Heimischen nahe kommt oder einen bestimmten Geruch wahrnehmen, der an das Elternhaus erinnert. Schlimm wird der Verlust der Heimat, wenn wir gezwungen werden sie und das Zuhause zu verlassen, weil es woanders bessere Arbeitsmöglichkeiten gibt oder die Flucht aus der Heimat nötig wird, weil ein Krieg ausgebrochen ist. Die unbegrenzten Möglichkeiten, die uns heute weltweit geboten werden, scheinen auch ein Bedürfnis nach Ruhe und Sicherheit in einem bekannten Umfeld „Daheim“, in der Heimat, in uns auszulösen. Doch wie definiert sich der Begriff „Daheim“ überhaupt. Liegt ein Heim immer in der Heimat und ist das „Daheim“ auch gleichbedeutend mit Zuhause?

Bühnenbild Daheim
Foto: Katharina Dielenhein für das Theater Koblenz

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Vorgefühlt: „Der goldene Drache“

Chinesische, japanische, indische, koreanische und Thai-Restaurants gehören inzwischen überall zum Straßenbild. Asiatische Kost wird mit den Attributen leicht und lecker verbunden und trifft auf den westlichen Zeitgeist des Fitness- und Wellness-Wahns. Asiatisches Essen ist „in“. Dabei interessiert es niemanden, wie es hinter der goldenen „winke Katze“ in der Küche zugeht. Welches Schicksal hat die Menschen in den Küchen der asiatischen Schnellrestaurants ereilt und woher kommen sie?

Nummer 31: Gai Grob Prio Wan
kross gebackene Hähnchenbrust mit Morcheln, Ananas, Pfirsich (süß-sauer)

Fahles Sonnenlicht fällt durch die Fensterscheiben auf die Tische. Es duftet nach Zitronengras, Thai-Ingwer und Erdnusssoße. Ein paar Quadratmeter Asien mit asiatischen Gerichten, asiatischen Köchen und Glückskeksen. Das Essen ist leicht verdaulich, sehr gesund und von wenig scharf bis extra scharf variieren die Aromen, die auf den europäischen Gaumen angepasst sind und einen Hauch Exotik in den Alltag bringen. Der Asia Deli, wie es heute heißt, passt in den neuen Life-Style unserer Zeit. Es schmeckt und ist preiswert.

Leckere Requisiten in Der goldene Drache
Foto: Matthias Baus für das Theater Koblenz

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Vorgefühlt: „All das Schöne“

Manchmal gibt es Menschen in der Familie und im Freundeskreis, die den Halt verloren haben, traurig sind und an Depressionen leiden. Oder noch schlimmer, sogar einen Selbstmordversuch begehen, weil das Leben nicht mehr lebenswert erscheint. Was kann man als Angehöriger in einer solchen Situation tun? Besonders wenn man noch ein Kind ist und die eigene Mutter an Depressionen leidet.

Kinder sehen noch nicht das Krankheitsbild, sondern eine tief traurige Mutter, die wahrscheinlich die Freude am Leben verloren hat. Und die man dann also aufheitern muss damit sie die Freude am Leben und an den kleinen Dingen, die es schön machen, wieder findet. Deshalb ist die beste Medizin gegen die Depressionen all das Schöne, das es auf der Welt gibt, und dass einem im Leben begegnet, aufzulisten, denkt sich der Sohn. In der Hoffnung, dass die Mutter es auch wirklich liest, sich wieder freuen kann und nicht nur die Rechtschreibfehler korrigiert.

Requisite
Foto: Arek Głębocki für das Theater Koblenz

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Vorgefühlt: „Die Odyssee“ Ballettabend von Steffen Fuchs nach Homer

Die „Odyssee“ ist neben der „Ilias“ das zweite große Epos, von dem griechischen Dichter Homer. Im späten 8. Jahrhundert vor Christus ist sie im ionischen Kleinasien entstanden. Die „Odyssee“ zählt zu den ältesten und einflussreichsten Werken der griechischen und abendländischen Literatur. In 24 Gesängen, die insgesamt 12.200 Hexameterverse umfassen, erzählt der Dichter in einer kunstvollen Sprache, wie Odysseus zehn Jahre umherirrt, bevor er als einziger Überlebender unter seinen Gefährten nach Ithaka heimkehrt. Dort bleibt die warme Begrüßung der liebenden Ehefrau allerdings vorerst aus.
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