Vorgefühlt “Maria Stuart” – Das geht nicht gut aus

Die schottische Königin Maria Stuart ließ ihren Mann umbringen. Aus Furcht vor den Konsequenzen flieht sie nach England, zu ihrer Großcousine, Königin Elisabeth. Die die Flüchtende erstmal ins Gefängnis werfen lässt – sie hat Angst, dass Maria ihr den Thron streitig machen könnte. Schillers Drama „Maria Stuart“ ist das faszinierende Psychoduell zweier Machtfrauen. Und es ist ein Vergnügen, zu sehen, wie sich große Schauspielpersönlichkeiten wie Dorothee Lochner (als Maria) und Raphalea Crossey (als Elisabeth) in dieses Duell werfen.

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Ein Held, der eigentlich gar nichts kann

In „Parsifal“ verletzt der Bösewicht Klingsor den Ritter Amfortas mit einem verzauberten Speer. Nur ein reiner Tor kann Amfortas retten, aber der weiß naturgemäß nicht, was er zu tun hat. Und außerdem mischen noch verführerische Blumenmädchen um die wilde Kundry mit … Markus Dietze inszeniert Richard Wagners Bühnenweihfestspiel. Und versucht, ein wenig Ordnung ins Chaos zu bekommen.

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„Nach Delphi – Szenen aus der Zukunft“ – Volles Rohr

Es geht nicht gut aus für die Menschheit in John von Düffels Antikentravestie „Nach Delphi – Szenen aus der Zukunft“. Aber das weiß man ohnehin schon, oder? Rechtsrutsch, Dauerkrise und Klimakatastrophe lassen einen jedenfalls nicht optimistisch in die Zukunft schauen. Aber wie soll man überhaupt in die Zukunft schauen, wenn über kurz oder lang alles im Nebel verschwimmt? Ein Probenbesuch.

Unterwegs auf dem Zeitstrahl (Raphaela Crossey)
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Vorgefühlt: “Die Zauberflöte” – Ein Albtraum, der mit uns zu tun hat

Ein Interview mit dem Regie-Team der neuen Inszenierung von Mozarts Oper "Die Zauberflöte" am Theater Koblenz

Jeder liebt Mozarts „Die Zauberflöte“. Aber jeder liebt die Oper anders: Der eine als Märchenoper, die andere als Feier von Aufklärung und Humanismus, wieder jemand anders als Abenteuer in freimaurerischen Ritualen. In Koblenz ist das Erfolgsstück als unruhiger Schlaf Paminas zu sehen, dessen verstörende Bilder in unsere Gegenwart reichen. Ein Gespräch mit dem musikalischen Leiter Mino Marani, der Dramaturgin Marion Meyer und der Regisseurin Mascha Pörzgen.

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Vorgefühlt: “Terminal 5 / Rohlinge” – „Eigentlich war ich ganz zufrieden mit meinem Leben“

In Simon Stephens’ „Terminal 5“ bewegt sich eine Frau durch das Gewimmel einer Großstadt, durch U-Bahn-Schächte und durch Flughafenhallen, bis sie sich am Ende aus den Menschenmassen herauskatapultiert, in einer sanften, unmerklichen Bewegung. In Dorian Brunz’ „Rohlinge“ kommt eine Frau aus dem Urlaub zurück und stellt fest, dass sie in ihrer Wohnung nicht mehr alleine ist. Markus Dietze (Regie) und Marie-Theres Schmidt (Co-Regie) inszenieren die beiden Texte im Atrium der Rhein-Mosel-Halle als Monologe für Magdalena Pircher: Szenische Audioinstallation und exzessive Soloperformance. Ein Gespräch mit dem Regieteam und Dramaturgin Julia Schinke.

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