Vorgefühlt: „Pension Schöller“ – Urlaub vom Alltag

Wilhelm Jacoby und Carl Laufs schrieben 1890 das Lustspiel „Pension Schöller“ als beißende Satire auf das Spießbürgertum im Kaiserreich. In Koblenz wird das Stück in die Fünfzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts verlegt – und erweist sich so als nicht weniger scharf. Ein Kantinengespräch mit Regisseur Christian Schlüter, Dramaturgin Juliane Wulfgramm und Bühnenmusiker Ralf Schurbohm.

Pension Schöller – Theater Koblenz
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Vorgefühlt: „Antigone“ – Du musst Opfer bringen

Nach dem Tod des Ödipus versinkt der Stadtstaat Theben in blutigem Aufruhr: Ödipus’ Söhne Polyneikes und Eteokles kämpfen um den Thron und kommen schließlich beide ums Leben. Ihr Onkel Kreon übernimmt die Macht und regiert mit harter Hand; um die Bevölkerung von neuerlichem Aufstand abzuhalten, befiehlt er, Polyneikes’ Leichnam nicht beerdigen zu lassen. Aber Polyneikes’ Schwester Antigone ignoriert das Verbot … Der Antigone-Mythos zählt zu den bekanntesten Stoffen des antiken Griechenland, Sophokles’ gleichnamige Tragödie wird bis heute viel gespielt. Jean Anouilh schuf 1942 eine moderne Fassung, die in Koblenz als Puppentheater aufgeführt wird – als Puppentheater, in der das antike Theben eine Insel voller bunter Plüschtiere ist. Ein Interview mit Regisseurin Karin Herrmann und Dramaturgin Julia Schinke.

Antigone
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Vorgefühlt: „Haus mit 14 Räumen“ – Mal modern, mal klassisch

Tanz heißt in Koblenz in der Regel Ballett, in modernen Varianten zwar, aber immer noch Ballett. Mit „Haus mit 14 Räumen“ zeigt jetzt aber Gastchoreografin Regina van Berkel eine radikal zeitgenössische Tanzvision. Auf die sich nicht nur das Publikum einlassen muss, sondern auch die Tänzerinnen und Tänzer. Darunter Lisa Gottwik, die sich durch große Rollen in „Der Besuch der alten Dame“ und „Lulu“ während der vergangenen Jahre zu einer Stütze des Koblenzer Ensembles entwickelt hatte.

Lisa Gottwik
Foto: Arek Głębocki
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Vorgefühlt: „Der kaukasische Kreidekreis“ – Alle Macht der Zuneigung

In den Wirren der Revolution lässt die Gouverneursfrau ihr kleines Kind zurück. Magd Grusche zieht den Säugling auf, und als die leibliche Mutter zurückkehrt, muss Richter Azdak entscheiden, wer das Baby behalten darf. Azdak zeichnet mit Kreide einen Kreis auf den Boden: Die beiden Frauen sollen den Säugling packen, und wer ihn aus dem Kreis zerrt, der sei die Mutter … Soweit ist Bertolt Brechts 1948 uraufgeführtes Drama „Der kaukasische Kreidekreis“ bekannt. Aber was hat das Stück heute noch zu sagen? Regisseurin Esther Hattenbach, Dramaturg Sebastian Schulze Jolles und der Musikalische Leiter Johannes Bartmes diskutieren.

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Vorgefühlt: „Drei neue Stücke“ – Ecken und Kanten

Die Dramatik lebt: Das Theater Koblenz zeigt drei Uraufführungen junger Dramatik. Bei deren Auswahl das Ensemble mitentscheiden durfte.

Viele Theater betreiben Autorenförderung: Sie vergeben Stückaufträge, schaffen Stellen für Hausautoren, legen Stipendienprogramme auf. Das Theater Koblenz geht einen anderen Weg und setzt direkt an der Ausbildung an: Studierende des Studiengangs Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin bekamen die Aufgabe, kurze Dramen zu verfassen, ohne thematische Einschränkung, aber mit der Auflage, dass nur wenige Darsteller eingesetzt werden und dass die Aufführungsdauer 45 Minuten nicht übersteigen sollte. Aus den eingesandten Stücken wurden drei ausgewählt: Die Familientragödie „Dumbo oder: Vielleicht einer der letzten schönen Tage des Jahres“ von Dorian Brunz, der Politthriller „Judit und Hannah“ von Peter Neugschwentner und Fabienne Dürs Krankenhausdrama „Leben im Vakuum“. Und damit nicht immer nur dieselben entscheiden, was gespielt wird, waren in der Jury neben Intendant und Chefdramaturgin auch drei Ensemblemitglieder vertreten: Raphaela Crossey, Jona Mues und Reinhard Riecke.

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