Vorgefühlt “Mädchen in Not” – Kampf um den eigenen Körper

Der Regisseur Nis Søgaard adaptiert Anne Leppers „Mädchen in Not“ für die Puppenbühne

Koblenz – Mit ihrer Rolle als Frau hadert Baby in Anne Leppers Stück „Mädchen in Not”. Ihr Mann und ihr Freund engen ihre Freiheit ein – und sie wünscht sich eine Puppe als Mann. Dieses Konzept denkt der dänische Regisseur Nis Søgaard radikal weiter. In der Puppensparte des Theaters Koblenz hat seine Inszenierung am 7. Dezember Premiere. Was reizt den Puppenspielkünstler daran, die Geschlechterkämpfe der Mädchen Baby und Dolly mit Puppen und Objekten in Szene zu setzen? „Sie machen einen Zugang zu den Figuren möglich, der sehr offen und weniger auf die Personen bezogen ist. Da geht es mehr um die Leitgedanken des Dramas.“ Das reizt den Künstler an dem komplexen Text der 40-Jährigen Autorin. Mit dem Stück, das Geschlechterverhältnisse hinterfragt, hat Lepper 2017 den Mülheimer Dramatikerpreis gewonnen.

Mädchen in Not

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Vorgefühlt: „Nussknacker und Mausekönig” – Tanz in die romantische Bilderwelt

Ballettchef Steffen Fuchs und Dirigent Daniel Spogis proben „Nussknacker und Mausekönig“

Koblenz – Als Kind stand der Koblenzer Ballettchef Steffen Fuchs in Berlin bereits im Ballett „Der Nussknacker” mit der Musik von Piotr Iljitsch Tschaikowski auf der Bühne. „Das kann wohl fast jeder Profitänzer von sich sagen.“ Nun choreografiert er das beliebte Weihnachtsmärchen, das 1892 uraufgeführt wurde, mit seiner 16-köpfigen Compagnie selbst. Die quirligen Mäuse werden von Kindern örtlicher Ballettschulen gespielt, die er selbst gecastet hat. Erst im Lauf der Choreografie verwandeln sie sich in Monster-Mäuse, die das Tanzensemble verkörpert.

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Vorgefühlt: “Oskar und die Dame in Rosa” – Puppentheater auf Zeit in der Citykirche

Frank Alexander Engel inszeniert „Oskar und die Dame in Rosa“ im sakralen Raum

Koblenz – Menschen in schweren Lebenslagen finden in der Citykirche in der Koblenzer Innenstadt verschwiegene Gesprächspartner und Hilfe. Nun wagt das Team des offenen Gotteshauses am Jesuitenplatz in der Altstadt mit dem Theater Koblenz ein Experiment. Ab 21. September ist dort eine Bühnenfassung von Éric-Emmanuel Schmitts Erzählung „Oskar und die Dame in Rosa” zu erleben. Regisseur Frank Alexander Engel zeigt die Geschichte vom krebskranken Jungen und der ehemaligen Catcherin, die sich als Patientenbetreuerin im Krankenhaus um ihn kümmert, als Produktion mit Stabmarionetten, Flachfiguren und Objekten. Myrjam Rossbach und Arne van Dorsten spielen die Fassung für das Puppentheater.

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Vorgefühlt: “erst war es leer ohne herz, aber jetzt geht’s wieder” – Verletztes Reh mit Mädchenkörper

Neu im Puppentheater-Ensemble: Luisa Grüning probt Lucy Kirkwoods neue europäische Dramatik

Vom grausamen Erwachen der Prostituierten Dijana aus ihren Mädchenfantasien handelt Lucy Kirkwoods Stück „erst war es leer ohne herz, aber jetzt geht’s wieder”. Diesen sperrigen Satz sagt ein siebenjähriges Mädchen nach seiner Herztransplantation. Und er lässt sich auf die Protagonistin übertragen. Harte Worte wie diese schleudert die britische Dramatikerin dem Publikum nicht nur im Titel entgegen. Für die 29-jährige Luisa Grüning, neu im Puppentheaterensemble des Theaters Koblenz, ist die Arbeit mit dem Text ein Balanceakt. Mit ihrer Kollegin Hendrika Ruthenberg lotet sie Sprachebenen aus, die Traum und Wirklichkeit trennen. Denn Kirkwoods schockierenden Bildern wohnt Poesie inne.

erst war es leer ohne herz, aber jetzt gehts wieder

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Vorgefühlt: “La Cenerentola” – Ruckedigu, ruckedigu, Blut ist im Schuh

Das Libretto der 1817 uraufgeführten Oper „La Cenerentola“ basiert auf dem bekannten Märchen „Cendrillon“ aus der Sammlung Charles Perraults. Hierzulande wurde es als „Aschenputtel“ von den Brüdern Grimm in die „Kinder- und Hausmärchen“ aufgenommen. Das Libretto der Opera buffa von Jacopo Ferretti verzichtet allerdings auf jegliche Elemente von Phantastik und Magie – zugunsten eines markanten Realismus und durchaus zeitkritischer Züge. In „Aschenputtel“ drangsaliert noch die böse Stiefmutter das arme Mädchen. In der Oper wird die häusliche Tyrannin, wie bereits in anderen Fassungen des Märchens, durch einen Stiefvater ersetzt. Dieser ist in „La Cenerentola“ ein verarmter Adliger, der sich durch die Ehe einer Tochter mit einem Prinzen finanziell sanieren und gesellschaftlich rehabilitieren will. Die Rolle der Märchenfee übernimmt als Alidoro der Lehrmeister des Prinzen. Und auch der berühmte gläserne Pantoffel (oder Tanzschuh), mit dem der Prinz im Märchen auf der Suche nach seiner mysteriösen Angebeteten von Haus zu Haus reist, kommt nicht mehr vor. Im Libretto wird der Schuh durch einen Armreifen ersetzt. In der Inszenierung von Alfonso Romero Mora erwartet das Koblenzer Publikum in dieser Hinsicht eine Überraschung.

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Schultheatertage reloaded: Konzentration, Kreativität und Körperarbeit

„Wir haben uns heute als Kurs verbessert“, so lautet Anna Knebels Rückmeldung zum Schultheatertage. Sie ist Schülerin der Oberstufe am Max-von-Laue-Gymnasium und war mit ihren Mitschülern des Kurses Darstellendes Spiel zu Gast im Theater Koblenz. Nach einer Theaterführung, die das Verständnis für die Prozesse hinter den Kulissen vertiefte, arbeitete der Kurs intensiv in einem mehrstündigen Workshop unter der Leitung von Musiktheaterpädagogin Corinna Stüttgen. Mitschüler Janek Winkelmann nimmt aus diesem vor allem die Erkenntnis mit, dass Spielszenen innere Ruhe und Pausen benötigen.

Schultheatertage: Max-von-Laue Gymnasium
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