Ein bisschen Alltag in außergewöhnlichen Zeiten

Ballettdirektor Steffen Fuchs im Gespräch mit Dramaturgieassistentin Julia Schinke

Wenn man die Augen zu macht, könnte es fast ein ganz normaler Morgen im Ballettsaal sein: Die Compagnie scherzt und lacht, Steffen Fuchs begrüßt die langsam eintrudelnden Mitglieder und Olga Bojkova schlägt einzelne Tasten am Klavier an. Doch sobald man die Augen öffnet, zeigt sich einem ein recht leerer Saal – die Tänzer und Tänzerinnen sind zuhause und über App zum digitalen Balletttraining zugeschaltet. Sobald alle ihr Mikrofon ausgeschaltet haben, geht es dann in gewohnter Manier los: Mit Steffen Fuchs, der die Übungen an der Stange sowie ein paar Sequenzen mit Drehungen und kleinen Sprüngen erklärt, während die Korrepetitorin ihn live begleitet. Das Ganze wirkt trotz seiner ungewöhnlichen Form vertraut und scheint in dieser Ausnahmesituation ein bisschen normaler Ballettalltag zu sein.

Steffen Fuchs – digitales Training
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Vorgefühlt: „Folk Fiction“ – Sebastian Weber über das Yin und Yang im Tanz

Eins unterscheidet seine Choreografie deutlich von anderen Tanzstücken in Koblenz: die Lautstärke. Mit sieben Stepptänzern ist die Sebastian Weber Dance Company bereits zum zweiten Mal zu Gast. Nachdem sich „Cowboys“ um Populismus drehte, geht es nun erneut um politische Fragen. Doch mit „Folk Fiction“ wendet sich das Ensemble, das am 19. Dezember Premiere feiert, aus einem besonderen Grund von dystopischen Szenarien ab.

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Vorgefühlt: „Haus mit 14 Räumen“ – Mal modern, mal klassisch

Tanz heißt in Koblenz in der Regel Ballett, in modernen Varianten zwar, aber immer noch Ballett. Mit „Haus mit 14 Räumen“ zeigt jetzt aber Gastchoreografin Regina van Berkel eine radikal zeitgenössische Tanzvision. Auf die sich nicht nur das Publikum einlassen muss, sondern auch die Tänzerinnen und Tänzer. Darunter Lisa Gottwik, die sich durch große Rollen in „Der Besuch der alten Dame“ und „Lulu“ während der vergangenen Jahre zu einer Stütze des Koblenzer Ensembles entwickelt hatte.

Lisa Gottwik
Foto: Arek Głębocki
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Vorgefühlt: „Nussknacker und Mausekönig” – Tanz in die romantische Bilderwelt

Ballettchef Steffen Fuchs und Dirigent Daniel Spogis proben „Nussknacker und Mausekönig“

Koblenz – Als Kind stand der Koblenzer Ballettchef Steffen Fuchs in Berlin bereits im Ballett „Der Nussknacker” mit der Musik von Piotr Iljitsch Tschaikowski auf der Bühne. „Das kann wohl fast jeder Profitänzer von sich sagen.“ Nun choreografiert er das beliebte Weihnachtsmärchen, das 1892 uraufgeführt wurde, mit seiner 16-köpfigen Compagnie selbst. Die quirligen Mäuse werden von Kindern örtlicher Ballettschulen gespielt, die er selbst gecastet hat. Erst im Lauf der Choreografie verwandeln sie sich in Monster-Mäuse, die das Tanzensemble verkörpert.

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