Vorgefühlt: „Faust“ – Dunkle Zeiten, dunkle Mächte

„Die Säulen der Erde“, „Der Medicus“, das Papst-Biopic „Borgia“: Pralle Stoffe, derbe Bilder. Das Mittelalter boomt. Allerdings vor allem in Romanen, Filmen und Serien und weniger auf der Bühne. In Koblenz hingegen lässt Regisseur Michiel Dijkema Louis Spohrs „Faust“-Oper tatsächlich in den finsteren Zeiten spielen, irgendwo im späten 15. Jahrhundert.

Alexandra Pitz
Porträt: Gerhard Willert

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Vorgefühlt: „Die Csárdásfürstin“ – Champagnerlaune und Ironie

„Die Csárdásfürstin“ ist eine platte Liebeskomödie? Keineswegs. Aber wenn es eine wäre, hätte Chordirektor Aki Schmitt kein Problem, diese auszukosten.

Ein warmer Spätsommernachmittag. Aki Schmitt sitzt in einem Straßencafé in der Koblenzer Altstadt und trinkt Apfelschorle, immer wieder dringt das Glockenspiel der nahen Jesuitenkirche herüber. Das passende Ambiente, um den neuen Chordirektor des Koblenzer Theaters kennenzulernen, der sich gerade auf die Premiere von Emmerich Kálmáns Operette „Die Csárdásfürstin“ vorbereitet.

Chordirektor Aki Schmitt (Foto: Matthias Baus)

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Vorgefühlt: “La Cenerentola” – Ruckedigu, ruckedigu, Blut ist im Schuh

Das Libretto der 1817 uraufgeführten Oper „La Cenerentola“ basiert auf dem bekannten Märchen „Cendrillon“ aus der Sammlung Charles Perraults. Hierzulande wurde es als „Aschenputtel“ von den Brüdern Grimm in die „Kinder- und Hausmärchen“ aufgenommen. Das Libretto der Opera buffa von Jacopo Ferretti verzichtet allerdings auf jegliche Elemente von Phantastik und Magie – zugunsten eines markanten Realismus und durchaus zeitkritischer Züge. In „Aschenputtel“ drangsaliert noch die böse Stiefmutter das arme Mädchen. In der Oper wird die häusliche Tyrannin, wie bereits in anderen Fassungen des Märchens, durch einen Stiefvater ersetzt. Dieser ist in „La Cenerentola“ ein verarmter Adliger, der sich durch die Ehe einer Tochter mit einem Prinzen finanziell sanieren und gesellschaftlich rehabilitieren will. Die Rolle der Märchenfee übernimmt als Alidoro der Lehrmeister des Prinzen. Und auch der berühmte gläserne Pantoffel (oder Tanzschuh), mit dem der Prinz im Märchen auf der Suche nach seiner mysteriösen Angebeteten von Haus zu Haus reist, kommt nicht mehr vor. Im Libretto wird der Schuh durch einen Armreifen ersetzt. In der Inszenierung von Alfonso Romero Mora erwartet das Koblenzer Publikum in dieser Hinsicht eine Überraschung.

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Inszenierungen aus anderen Perspektiven: Regieassistentin Elisabeth Paula Neumann

Peter Eötvös’ „Der goldene Drache“ erlebte erst im Juni 2014 seine Uraufführung in Frankfurt. Seither wurde dieses humorvolle, groteske, aber poetische Musiktheater, das Roland Schimmelpfennigs gleichnamiges Schauspiel zur Grundlage hat, in Deutschland nur in Bremerhaven aufgeführt. Nun hat das Theater Koblenz die Freude, dieses bemerkenswerte, bei allem Humor durchaus auch sozialkritische Werk für sein Publikum zu spielen. Elisabeth Neumann hat als Regieassistentin die Produktion von Probenbeginn an begleitet. Sie klärt uns über die vertrackte Handlung auf, erzählt von den Hintergründen und Kniffen im Umgang mit dem Werk und gibt einen Einblick über Atmosphäre und Stimmung in der Probenzeit.

Regieassistentin Elisabeth Paula Neumann

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