Vorgefühlt: „Maria“ – Post-Punk in Lahnstein

Eine ehemalige Getreidemühle mit Kesselhaus und Speichern vor den Toren der Stadt. Leere Lagerhallen und verwaiste Umschlagplätze unter blauem Himmel, dazu ein Opernchor, eine fünfköpfige Band, Schauspieler und ein Regieteam: Auf einem verlassenen Industriegelände in Lahnstein dreht Regisseur Markus Dietze heute einen Teil seines „Maria“-Films. Genauer gesagt: ein Musikvideo, das in seiner Inszenierung dieses Schauspiels eine wichtige Rolle spielen wird. Wir waren am Set zu Besuch.

Außendreh in Lahnstein
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Vorgefühlt: „Maria“ – Glaube, Liebe, Hoffnung in digitaler Zeit

Das Schauspiel „Maria“ des britischen Dramatikers Simon Stephens erzählt von einer 18-Jährigen, die versucht, einen Platz im Leben zu finden. Suchend irrt sie durch ihre Stadt, schwanger ist sie zudem. Ihre Herberge, in der sie gebären wird – das örtliche Krankenhaus –, hat sie allerdings bereits ausgemacht. Einerseits ist das Stück also eine Art modernes Mysterienspiel: Maria ohne Josef. Andererseits aber auch unglaublich tagesaktuell, weil es wie für unsere Corona-Zeit geschrieben zu sein scheint. Denn fast jeder Mensch in „Maria“ sucht Nähe und Kontakt – doch alles, was er bekommt, sind Abstand und Distanz. Da passt es gut, dass ohnehin mit ausgefeiltem Hygienekonzept und Mund-Nasen-Bedeckung geprobt werden muss. Die Wirklichkeit hat die Fiktion überholt – das ist das erste, was beim Probenbesuch deutlich wird.

Maria Dreh – Foto: Matthias Baus
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Vorgefühlt: „Pension Schöller“ – Urlaub vom Alltag

Wilhelm Jacoby und Carl Laufs schrieben 1890 das Lustspiel „Pension Schöller“ als beißende Satire auf das Spießbürgertum im Kaiserreich. In Koblenz wird das Stück in die Fünfzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts verlegt – und erweist sich so als nicht weniger scharf. Ein Kantinengespräch mit Regisseur Christian Schlüter, Dramaturgin Juliane Wulfgramm und Bühnenmusiker Ralf Schurbohm.

Pension Schöller – Theater Koblenz
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Vorgefühlt: „Chicago“ – Bis das Strumpfband kracht

Sinnlich, smart, sexy: Das sind Roxie und Velma, zwei Gattenmörderinnen, die sich im Gefängnis kennenlernen und in jede Menge Razzle Dazzle hineingeraten. Das Musical „Chicago“ ist eine hinreißend unmoralische Story aus der Feder von John Kander, Bob Fosse und Fred Ebb über die Sehnsucht nach Ruhm und Reichtum im Chicago der 20er Jahre. Am Samstag, 7. Dezember, feiert es im Theater Koblenz Premiere. Und auf den Proben geht es mindestens so energiegeladen zu wie im fiktiven Frauenknast.

Chicago Koblenz
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Vorgefühlt: „Der kaukasische Kreidekreis“ – Alle Macht der Zuneigung

In den Wirren der Revolution lässt die Gouverneursfrau ihr kleines Kind zurück. Magd Grusche zieht den Säugling auf, und als die leibliche Mutter zurückkehrt, muss Richter Azdak entscheiden, wer das Baby behalten darf. Azdak zeichnet mit Kreide einen Kreis auf den Boden: Die beiden Frauen sollen den Säugling packen, und wer ihn aus dem Kreis zerrt, der sei die Mutter … Soweit ist Bertolt Brechts 1948 uraufgeführtes Drama „Der kaukasische Kreidekreis“ bekannt. Aber was hat das Stück heute noch zu sagen? Regisseurin Esther Hattenbach, Dramaturg Sebastian Schulze Jolles und der Musikalische Leiter Johannes Bartmes diskutieren.

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