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Vorgefühlt: „The Last Ship“ – Der Wert der Arbeit

Man kennt den britischen Musiker Sting als Schöpfer zeitloser Popklassiker: „So Lonely“, „Roxanne“, „Every Breath You Take“, „Englishman In New York“ – eine endlose Liste Hits entstammt seiner Feder. In dem (Musik-)Theaterstück „The Last Ship“ verarbeitet der 1951 als Gordon Matthew Sumner geborene Musiker auch seine Kindheit im vom Werftensterben gebeutelten Wallsend bei Newcastle. Die deutschsprachige Erstaufführung des 2014 in Chicago uraufgeführten Stücks findet am Theater Koblenz statt, Regie führt Intendant Markus Dietze.

Markus Dietze inszeniert The Last Ship
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„Das Sparschwein“: Drei Fragen an Christian Binz

Kannst du uns aus deiner Perspektive als Kostümbildner erklären, was die Ausstattung einer Komödie von der Ausstattung anderer Schauspielstücke unterscheidet?
Zu Beginn unterscheidet sich die Arbeit tatsächlich gar nicht. Es ist erst einmal wichtig, die Figuren zu verstehen und sie ernst zu nehmen. Als nächstes entscheidet man, wie das Stück erzählt und ob die Figuren überzeichnet oder karikiert werden sollen und – ob man einfach nur übertreiben oder schon bloßstellen möchte. Das sind immer die ersten Schritte, egal ob man an einer Komödie oder einem Schauspiel arbeitet.

Was die Charaktere auf dem Papier tragen:

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Vorgefühlt: „Maria“ – Post-Punk in Lahnstein

Eine ehemalige Getreidemühle mit Kesselhaus und Speichern vor den Toren der Stadt. Leere Lagerhallen und verwaiste Umschlagplätze unter blauem Himmel, dazu ein Opernchor, eine fünfköpfige Band, Schauspieler und ein Regieteam: Auf einem verlassenen Industriegelände in Lahnstein dreht Regisseur Markus Dietze heute einen Teil seines „Maria“-Films. Genauer gesagt: ein Musikvideo, das in seiner Inszenierung dieses Schauspiels eine wichtige Rolle spielen wird. Wir waren am Set zu Besuch.

Außendreh in Lahnstein
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Vorgefühlt: „Maria“ – Glaube, Liebe, Hoffnung in digitaler Zeit

Das Schauspiel „Maria“ des britischen Dramatikers Simon Stephens erzählt von einer 18-Jährigen, die versucht, einen Platz im Leben zu finden. Suchend irrt sie durch ihre Stadt, schwanger ist sie zudem. Ihre Herberge, in der sie gebären wird – das örtliche Krankenhaus –, hat sie allerdings bereits ausgemacht. Einerseits ist das Stück also eine Art modernes Mysterienspiel: Maria ohne Josef. Andererseits aber auch unglaublich tagesaktuell, weil es wie für unsere Corona-Zeit geschrieben zu sein scheint. Denn fast jeder Mensch in „Maria“ sucht Nähe und Kontakt – doch alles, was er bekommt, sind Abstand und Distanz. Da passt es gut, dass ohnehin mit ausgefeiltem Hygienekonzept und Mund-Nasen-Bedeckung geprobt werden muss. Die Wirklichkeit hat die Fiktion überholt – das ist das erste, was beim Probenbesuch deutlich wird.

Maria Dreh – Foto: Matthias Baus
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Vorgefühlt: „Pension Schöller“ – Urlaub vom Alltag

Wilhelm Jacoby und Carl Laufs schrieben 1890 das Lustspiel „Pension Schöller“ als beißende Satire auf das Spießbürgertum im Kaiserreich. In Koblenz wird das Stück in die Fünfzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts verlegt – und erweist sich so als nicht weniger scharf. Ein Kantinengespräch mit Regisseur Christian Schlüter, Dramaturgin Juliane Wulfgramm und Bühnenmusiker Ralf Schurbohm.

Pension Schöller – Theater Koblenz
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