„Nach Delphi – Szenen aus der Zukunft“ – Volles Rohr

Es geht nicht gut aus für die Menschheit in John von Düffels Antikentravestie „Nach Delphi – Szenen aus der Zukunft“. Aber das weiß man ohnehin schon, oder? Rechtsrutsch, Dauerkrise und Klimakatastrophe lassen einen jedenfalls nicht optimistisch in die Zukunft schauen. Aber wie soll man überhaupt in die Zukunft schauen, wenn über kurz oder lang alles im Nebel verschwimmt? Ein Probenbesuch.

Unterwegs auf dem Zeitstrahl (Raphaela Crossey)
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Vorgefühlt: Manchmal braucht es Eier, eine Frau zu sein

Komödie von Samantha Ellis

„How to Date a Feminist“ wurde 2016 in London uraufgeführt. Die heute 45-jährige Autorin Samantha Ellis hat die Komödie so konzipiert, dass die sechs Rollen minimal besetzt werden können. So spielt eine Schauspielerin in fliegendem Wechsel Kate, Carina und Morag – also eine junge, frisch verliebte Journalistin und außerdem die Ex ihres neuen Freundes und dessen Mutter.

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Vorgefühlt: “Terminal 5 / Rohlinge” – „Eigentlich war ich ganz zufrieden mit meinem Leben“

In Simon Stephens’ „Terminal 5“ bewegt sich eine Frau durch das Gewimmel einer Großstadt, durch U-Bahn-Schächte und durch Flughafenhallen, bis sie sich am Ende aus den Menschenmassen herauskatapultiert, in einer sanften, unmerklichen Bewegung. In Dorian Brunz’ „Rohlinge“ kommt eine Frau aus dem Urlaub zurück und stellt fest, dass sie in ihrer Wohnung nicht mehr alleine ist. Markus Dietze (Regie) und Marie-Theres Schmidt (Co-Regie) inszenieren die beiden Texte im Atrium der Rhein-Mosel-Halle als Monologe für Magdalena Pircher: Szenische Audioinstallation und exzessive Soloperformance. Ein Gespräch mit dem Regieteam und Dramaturgin Julia Schinke.

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Tod, Erlösung, Vergebung

Eine kroatischstämmige Journalistin, nachts in einem Hotelzimmer allein mit der Minibar. Raum und Zeit verschwimmen, Vergangenheit und Gegenwart diffundieren ineinander. Es geht um das Leben im Krieg und die Schuld der Vorfahren, um Einsamkeit und Vergebung. Der Titel des Kammerschauspiels: „Gethsemane“. Was zugleich der Name des biblischen Gartens ist, in den sich Jesus am Vorabend seines Todes angstvoll und einsam zurückgezogen hatte. Jesus bittet dort, dass der Todeskelch an ihm vorübergehen möge. Was nicht geschehen wird. Aber was hat das alles mit dieser Frau im Hotelzimmer zu tun?

Dorothee Lochner bei Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten
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Nachtgeschichten

Via und Tom, Bruder und Schwester, treffen am Vorabend der Beerdigung ihrer Mutter aufeinander. Beide haben, nach einer traumatisierenden Kindheit, nicht Fuß fassen können im Leben. „Die Brücke in der Nacht“ von Lisa Wentz erzählt davon, wie es ist, in einer Suchtfamilie aufzuwachsen, in der Alkohol und blaue Flecken, womöglich aber auch Missbrauch, zum Alltag gehörten. „Zwei Geschwister, die gerne einfach nur zusammen ,Kinder Bueno’ essen würden, aber sich stattdessen gegenseitig verlieren müssen“ – so beschreibt es die Autorin selbst.

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten – Am Set von Mädchen im Wald
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Brave Kinder, lügende Künstler

„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“, Teil 3. Wir sehen ein gutbürgerliches, wohlsituiertes Mutter-Tochter-Gespann und tauchen ein in die Abgründe der Kunst-, Künstler- und Kritikerszene. Ursprünglich waren das lediglich zwei Teile eines größeren Theaterabends. Aufgrund der Pandemie ist aus ihnen nun ein eigenständiger Film geworden.

Am Set von The Screaming Impossibility of Death – Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten
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