Vorgefühlt: „Maß für Maß“. Was ist politisches Theater?

Es geht um Macht und Machtmissbrauch. Um Männer, die glauben, sich alles nehmen zu dürfen, und um Frauen, die sich dem verweigern. Shakespeare hat vor über 400 Jahren mit „Maß für Maß“ ein Stück geschrieben, dass sich bei näherer Betrachtung als ungemein heutig entpuppt. In einer Bearbeitung Stefan Wipplingers feiert es am Sonntag, 28. April, Premiere im Großen Haus. Regisseur Markus Dietze ist von dieser Aktualität fasziniert. Mit uns hat er darüber gesprochen, wie politisch dieses Schauspiel für ihn ist. Und wie man so etwas in unserer postdramatischen Zeit überhaupt noch inszenieren kann.

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Vorgefühlt: „Der Diener zweier Herren“ – Was ist das eigentlich für ein Typ?

Carlo Goldonis „Der Diener zweier Herren“ gilt als Höhepunkt der Commedia dell’arte. Schauspieler Christof Maria Kaiser erzählt, was er in der Titelfigur Truffaldino sieht.

Pantalone: Schluss jetzt, Herr, verausgaben Sie sich nicht. Was wollen Sie? Wer sind Sie? Wer schickt Sie?
Truffaldino: Sachte, sachte; brav bleiben! Drei Fragen auf einmal ist zuviel für einfachen Mann.
Pantalone (leise zum Dottore): Schätze, es handelt sich um einen Simpel.
Dottore (leise zu Pantalone): Ich würde eher etwas Burlesques an ihm diagnostizieren.

Christof Maria Kaiser, Sie spielen Truffaldino, die Titelfigur in Carlo Goldonis „Der Diener zweier Herren“. Was ist dieser Diener eigentlich für ein Typ?
Der ist irgendwo in einem ganz frühen Stadium stehengeblieben. Der kommt aus Bergamo, in Italien, also aus dem hohen Norden, und da nahm man früher eben an, dass da die Dorftrottel herkommen. Er ist zwar überhaupt nicht doof, aber einfach ein großes Kind geblieben.

Der Diener zweier Herren mit Christof Maria Kaiser

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