Vorgefühlt: „Versetzung“. Wenn das eigene Leben zerfällt

Was ist Wahrheit, was ist Lüge? Was ist gesund, was ist krank? Was passiert, wenn ein Lehrer eine bipolare Störung hat und er in dieser Situation Schuldirektor werden soll? Was passiert, wenn sich die Welt, wie wir sie kennen, langsam in ihre Einzelteile auflöst? Vom Autor des Bestsellers „Die Welt im Rücken“.

Was ist Wahrheit, was ist Lüge? Was ist gesund, was ist krank? Wo liegt die Norm – und wie viel Anderssein toleriert unsere Gesellschaft? Das sind die großen Fragen, die das Schauspiel „Versetzung“ stellt, das ab dem 7. September auf der Probebühne 4 zu sehen sein wird. Der Autor Thomas Melle erzählt darin vom Lehrer Ronald, der eine bipolare Störung hat, also manisch-depressiv ist – und davon, was passiert, als Kollegen, Schüler und Eltern das erfahren. Schauspieler Marcel Hoffmann und Chefdramaturgin Juliane Wulfgramm beschreiben, wie sie sich diesem nicht gerade einfachen Thema angenähert haben.

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Vorgefühlt: „Drei neue Stücke“ – Ecken und Kanten

Die Dramatik lebt: Das Theater Koblenz zeigt drei Uraufführungen junger Dramatik. Bei deren Auswahl das Ensemble mitentscheiden durfte.

Viele Theater betreiben Autorenförderung: Sie vergeben Stückaufträge, schaffen Stellen für Hausautoren, legen Stipendienprogramme auf. Das Theater Koblenz geht einen anderen Weg und setzt direkt an der Ausbildung an: Studierende des Studiengangs Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin bekamen die Aufgabe, kurze Dramen zu verfassen, ohne thematische Einschränkung, aber mit der Auflage, dass nur wenige Darsteller eingesetzt werden und dass die Aufführungsdauer 45 Minuten nicht übersteigen sollte. Aus den eingesandten Stücken wurden drei ausgewählt: Die Familientragödie „Dumbo oder: Vielleicht einer der letzten schönen Tage des Jahres“ von Dorian Brunz, der Politthriller „Judit und Hannah“ von Peter Neugschwentner und Fabienne Dürs Krankenhausdrama „Leben im Vakuum“. Und damit nicht immer nur dieselben entscheiden, was gespielt wird, waren in der Jury neben Intendant und Chefdramaturgin auch drei Ensemblemitglieder vertreten: Raphaela Crossey, Jona Mues und Reinhard Riecke.

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Vorgefühlt: „Maß für Maß“. Was ist politisches Theater?

Es geht um Macht und Machtmissbrauch. Um Männer, die glauben, sich alles nehmen zu dürfen, und um Frauen, die sich dem verweigern. Shakespeare hat vor über 400 Jahren mit „Maß für Maß“ ein Stück geschrieben, dass sich bei näherer Betrachtung als ungemein heutig entpuppt. In einer Bearbeitung Stefan Wipplingers feiert es am Sonntag, 28. April, Premiere im Großen Haus. Regisseur Markus Dietze ist von dieser Aktualität fasziniert. Mit uns hat er darüber gesprochen, wie politisch dieses Schauspiel für ihn ist. Und wie man so etwas in unserer postdramatischen Zeit überhaupt noch inszenieren kann.

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