Vorgefühlt: „Woyzeck“ – das Wahnsinnsstück

Ein wahnsinniges Stück? Oder ein Stück über den Wahnsinn? Wir waren zu Besuch auf den Proben. Und haben die Regisseurin Olga Wildgruber gefragt, wie sie das eigentlich sieht

Woyzeck: Was hast du?
Marie: Nix.
Woyzeck: Unter deinen Fingern glänzt’s ja.
Marie: Ein Ohrringlein; hab’s gefunden.
Woyzeck: Ich hab’ so noch nichts gefunden. Zwei auf einmal.

Woyzeck u.a. mit Jana Gwosdek
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Vorgefühlt: “La Cenerentola” – Ruckedigu, ruckedigu, Blut ist im Schuh

Das Libretto der 1817 uraufgeführten Oper „La Cenerentola“ basiert auf dem bekannten Märchen „Cendrillon“ aus der Sammlung Charles Perraults. Hierzulande wurde es als „Aschenputtel“ von den Brüdern Grimm in die „Kinder- und Hausmärchen“ aufgenommen. Das Libretto der Opera buffa von Jacopo Ferretti verzichtet allerdings auf jegliche Elemente von Phantastik und Magie – zugunsten eines markanten Realismus und durchaus zeitkritischer Züge. In „Aschenputtel“ drangsaliert noch die böse Stiefmutter das arme Mädchen. In der Oper wird die häusliche Tyrannin, wie bereits in anderen Fassungen des Märchens, durch einen Stiefvater ersetzt. Dieser ist in „La Cenerentola“ ein verarmter Adliger, der sich durch die Ehe einer Tochter mit einem Prinzen finanziell sanieren und gesellschaftlich rehabilitieren will. Die Rolle der Märchenfee übernimmt als Alidoro der Lehrmeister des Prinzen. Und auch der berühmte gläserne Pantoffel (oder Tanzschuh), mit dem der Prinz im Märchen auf der Suche nach seiner mysteriösen Angebeteten von Haus zu Haus reist, kommt nicht mehr vor. Im Libretto wird der Schuh durch einen Armreifen ersetzt. In der Inszenierung von Alfonso Romero Mora erwartet das Koblenzer Publikum in dieser Hinsicht eine Überraschung.

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Unser Blog wird vielseitiger. Und journalistischer.

Block Autorinnen

Auf blog.theater-koblenz.de schreiben seit inzwischen sechs Jahren unterschiedliche Autorinnen und Autoren über die Erlebnisse an einem Theater, über Terminsachen und natürlich über Kunst und Kultur im Allgemeinen. Unsere Reihe „Vorgefühlt“, in der wir jede Premiere vorstellen, erscheint ab dieser Spielzeit in neuem inhaltlichen Gewand: Wir freuen uns sehr, dass wir drei Journalist*innen dafür gewinnen konnten, unseren Blog durch ihre Texte zu bereichern. Elisabeth Maier, Falk Schreiber und Margot Weber werden euch künftig ca. zwei Wochen vor jeder Premiere über wissenswerte Aspekte unserer Neuproduktionen informieren und das in abwechslungsreichen Formaten und dem ungetrübten und dennoch zugewandten Blick erfahrener Kulturbeobachter*innen. Wir hoffen, dass Ihr euch mit uns über dieses zusätzliche Lesevergnügen freut und empfehlen – als erste Texte der neuen Reihe – nicht nur das schon veröffentlichte Gespräch von Margot Weber zu „Chess“ sondern, soeben erschienen, ein Interview von Falk Schreiber mit John von Düffel zum Gastspiel „It can’t happen here“ des Deutschen Theaters.

(md)

Vorgefühlt: “It can’t happen here” – „Da beschleicht einen schon das Grauen“

Ein Populist gewinnt die US-amerikanische Präsidentenwahl und errichtet eine plutokratische Herrschaft – Sinclair Lewis’ Satire „It can’t happen here“ klingt wie eine Vorwegnahme der Trump-Regierung. Die Romandramatisierung des Deutschen Theaters Berlin ist am 1. und 2. September im Theater Koblenz zu sehen – ein Interview mit dem Dramaturgen John von Düffel.

It can't happen here – Foto: Arno Declair
Auf dem Bild: Felix Goeser, Matze Pröllochs, Benjamin Lillie, Wiebke Mollenhauer, Camill Jammal, Michael Goldberg (Foto: Arno Declair)

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Schultheatertage reloaded: Konzentration, Kreativität und Körperarbeit

„Wir haben uns heute als Kurs verbessert“, so lautet Anna Knebels Rückmeldung zum Schultheatertage. Sie ist Schülerin der Oberstufe am Max-von-Laue-Gymnasium und war mit ihren Mitschülern des Kurses Darstellendes Spiel zu Gast im Theater Koblenz. Nach einer Theaterführung, die das Verständnis für die Prozesse hinter den Kulissen vertiefte, arbeitete der Kurs intensiv in einem mehrstündigen Workshop unter der Leitung von Musiktheaterpädagogin Corinna Stüttgen. Mitschüler Janek Winkelmann nimmt aus diesem vor allem die Erkenntnis mit, dass Spielszenen innere Ruhe und Pausen benötigen.

Schultheatertage: Max-von-Laue Gymnasium
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