Ein Blick in den Außenfundus der Requisite

von Katharina Dielenhein

Ein Blick in das Außenlager des Theaters Koblenz

Meterhohe Prospekte, Stühle, Tische und Sofas, Pflanzen jeder Couleur und Geschirre in den verschiedensten Dessins – wer das Außenlager des Theaters Koblenz betritt, wünscht sich, er habe Zeit dabei. Viel Zeit. Denn in den Hallen, in denen üblicherweise Requisiten, Bühnenbilder und Kostüme gelagert werden, die stoisch auf einen neuen Einsatz im Theater warten, scheinen die vollgestellten Regale nie enden zu wollen. Blicke in dieses Außenlager sind eigentlich unseren Mitarbeitern aus Bühnentechnik, Requisiten- und Kostümabteilung vorbehalten, ab Samstag bietet sich aber auch unseren Zuschauern die Chance dazu.

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Was die kommende Spielzeit Neues mit sich bringt

von Katharina Dielenhein

Fotos_Spielzeitheft
Immer im ersten Quartal des Jahres entsteht das Spielzeitheft für die kommende Theatersaison. Dafür nahm Fotograf Matthias Baus jüngst Fotos der Ensemblemitglieder auf. Hier im Bild: der Schauspieler Christof Maria Kaiser.

Phasen, in denen es wenig zu tun gibt, gibt es an einem Theater nicht. Das liegt in der Natur der Sache. Ist eine Produktion abgespielt, steht die nächste bereits in den Startlöchern. Und feiert ein Schauspiel Premiere, ist also die intensive Endprobenphase überwunden, steht auch schon der Probenbeginn der nächsten Oper oder des nächsten Ballettabends an. Dieses Schema zieht sich durch die gesamte Spielzeit. Denn während die Mitarbeiter des Theaters in den letzten Wochen der Spielzeit im Kopf schon fast in den Theaterferien sind, muss ja bereits an die kommende Spielzeit gedacht werden. Also wird kurz vor den Ferien bereits fleißig für die Eröffnungspremiere probiert.

Dennoch gibt es in jeder Abteilung Wochen, die anstrengender sind als andere, etwa, weil große Projekte beginnen oder enden. In den Abteilungen Öffentlichkeitsarbeit und Dramaturgie wird derzeit ein Projekt gestemmt, das immer im ersten Quartal des Jahres wiederkehrt: Das Spielzeitheft entsteht. Dann werden Stücktexte zu den Premieren der kommenden Saison verfasst, es entstehen Fotos der neuen Ensemblemitglieder, und die Angebote des Theaters werden gegebenenfalls überarbeitet. Und manchmal kommt auch etwas ganz Neues hinzu. Wir nennen drei Beispiele für neue Angeboten und Neuerungen, die euch in der kommenden Spielzeit erwarten.

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Drei Gründe, aus denen das Arbeiten an einem Theater ein besonderes ist – Teil V

von Katharina Dielenhein

Aufnahme im Gewölbekeller
Ein Ausschnitt aus dem Filmmaterial, das im Rahmen des Projektes “Hier und jetzt!” entstanden ist. Foto: Anna Zimmer

 

Die kleinen Dinge sehen

Mitten in der Spielzeit stehen oft zwischen sieben und neun Inszenierungen auf unserem Spielplan. Zu jedem dieser Stücke gehören Bühnenbilder, Kostüme und teilweise unendlich viele Requisiten. Je nachdem, was am Abend gespielt wird, gestalten sich auch die Räume des Theaters immer anders, denn Hinterbühne und Lagerräume werden immer so umgeräumt, dass alles, was für die kommenden Vorstellungen wichtig ist, gut zu erreichen ist. Kurz vor Hauptproben oder Aufführungen werden zudem sämtliche Requisiten auf die Hinterbühne geholt. In diesen Momenten werden dann all die kleinen Details, die auf der Bühne ein Gesamtbild ergeben, aber vielleicht gar nicht jedem Besucher auffallen, sichtbar: die Revelers-Platte, die bei den „Comedian Harmonists“ in einer Schallplatten-Box schlummert zum Beispiel. Oder die kleine Taschenuhr aus der Fledermaus, auf der bei uns eine Eule zu sehen ist. Hätten sie’s gewusst?

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Ein Intendant freut sich über 396 Quadratmeter Stoff (und was wir daraus gemacht haben)

Von Markus Dietze

Das hängen sie beide. Bald wird nur noch der neue Vorhang zu sehen sein.
Da hängen sie beide. Bald wird nur noch der neue Vorhang zu sehen sein.

Der denkmalgeschützte, klassizistische, in nicht als dezent zu bezeichnenden Blautönen gehaltene Zuschauerraum unseres Theaters mit Stuck, Goldimitat und historischer Trompe-l’œil-Malerei hat noch so gut wie jeden Gast in seinen Bann gezogen. Selbst hartgesottene postdramatische Jungregisseure können sich dem speziellen Reiz einer so eindeutig die Theaterkunst als etwas Wertvolles und Bewundernswürdiges kennzeichnenden architektonischen Gestaltung kaum entziehen.

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Großprojekt im Malsaal: Ein neuer Theatervorhang entsteht

von Katharina Dielenhein

Vorhang_1
Von der Vorlage zum fertigen Vorhang: Wir haben den Prozess mit der Kamera begleitet.

Im Malsaal und in der Deko-Abteilung des Theaters Koblenz ist gerade der neue Hauptvorhang für das Große Haus entstanden. Das ist bei einem denkmalgeschützten Zuschauerraum kein einfaches und zudem ein sehr kostspieliges Unterfangen. Nur durch die finanzielle Unterstützung des Freundeskreises Theater Koblenz e.V., die die kompletten Materialkosten abdeckte, konnte dieses Projekt überhaupt in Angriff genommen werden. Am 18. Februar wird der neue Theatervorhang in seiner ganzen Pracht präsentiert: An diesem Abend wird er sich nach weiteren zwei Tagen Arbeit, an denen die beiden Vorhang-Schals eingehängt werden, zum ersten Mal vor Publikum öffnen, kurz bevor die abendliche Vorstellung von “Die Comedian Harmonists” beginnt.

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Die teuerste Arie seines Lebens

Rathgeber_New_York
Zeit für ein Erinnerungsfoto muss sein: Tobias Rathgeber flog nach New York, um in der berühmten MET vorzusingen. Foto: privat

von Michael Defrancesco, Leiter des Ressorts “Journal, Leben und Reise” bei der Rhein-Zeitung

Wenn er spricht, möchte man ihn eigentlich sofort singen hören. Seine Stimme klingt voluminös – eben „Marke ausgebildeter Opernsänger“. Tobias Rathgeber ist 34 Jahre alt und seit 2008 am Theater Koblenz engagiert. Er ist meistens Chorsänger. Manchmal tritt er auch nach vorn ins Rampenlicht und singt solo, zum Beispiel jüngst als Geharnischter in Mozarts „Zauberflöte“. Und manchmal macht er etwas ganz Verrücktes – da erfüllt er sich so ganz nebenbei einen Lebenstraum: einmal an der berühmten New Yorker MET zu singen.

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