Vorgefühlt: „Arsen und Spitzenhäubchen“ – Dead Man’s Party


Rodrigo Umseher, Christian Binz, „Arsen und Spitzenhäubchen“ ist wahrscheinlich das einzige Stück, in dem mit Mortimer ein Theaterkritiker eine Hauptfigur ist. Das bringt mir den Stoff schonmal nahe. Aber was interessiert Sie an dem Stück?
Rodrigo Umseher: In erster Linie war das Stück eine Vorgabe des Hauses. Ich habe mich dann durch diesen Wust an Seiten gekämpft und versucht, den Ursprungswitz in die heutige Zeit zu transferieren. Das war meine große Motivation: Wie kriegt man diesen anarchischen Witz, der in den Fünfzigern noch viel mehr gezündet hat, in die Jetztzeit? Eine der Figuren bei Kesselring ist ja eine Übertragung des damals sehr populären Horrorschauspielers Boris Karloff, und das habe ich auf alle anderen Figuren übertragen: Martha ist Angela Merkel, Abby sieht aus wie Theresa May, statt Boris Karloff haben wir Mickey Rourke … Und plötzlich hatte ich so eine Art Metaebene.
Christian Binz: Aber ohne dass wir explizit sagen: Das ist Merkel, das ist May … Im Originalstück hält sich eine Figur für den amerikanischen Präsidenten Teddy Roosevelt. Bei uns ist das Donald Trump.

„Arsen und Spitzenhäubchen“
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Vorgefühlt: „Faust“ – Dunkle Zeiten, dunkle Mächte

„Die Säulen der Erde“, „Der Medicus“, das Papst-Biopic „Borgia“: Pralle Stoffe, derbe Bilder. Das Mittelalter boomt. Allerdings vor allem in Romanen, Filmen und Serien und weniger auf der Bühne. In Koblenz hingegen lässt Regisseur Michiel Dijkema Louis Spohrs „Faust“-Oper tatsächlich in den finsteren Zeiten spielen, irgendwo im späten 15. Jahrhundert.

Alexandra Pitz
Porträt: Gerhard Willert

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