Vorgefühlt “AVENUE Q” – Alles Leben ist nur für einen Augenblick

Wer in der AVENUE A wohnt, der muss etabliert und reich sein. Wer sich hingegen eine Wohnung in der AVENUE Q leisten kann, der gehört eher zum sozialen Rand der Gesellschaft, wenn nicht gleich ganz zu den Losern. In ihrem gleichgetitelten Musical erzählen Robert Lopez und Jeff Marx nach dem Buch von Jeff Whitty von einem ganzen Häuserblock, den Christian Binz auf die Bühne stemmt: Ein wunderbar vergammelter Straßenzug, voller Graffiti; zerbröselndes Grau mit Löchern in und an den Mauern. Auch die Straße davor ist grau. Auch ansonsten wirkt dieser Ort unwirtlich. Ein Müllcontainer dominiert das Bild auf der rechten Seite, davor Müll und gelbe Säcke, auf der linken Seite stehen zwei hässliche Plastikstühle: Gemütlich ist es in der AVENUE Q nicht, auch wenn Kinderzeichnungen per Video eine fröhliche Stimmung assoziieren oder Kulissenteile wie ein rotes Sportauto oder das Empire State Building aus einem Bilderbuch ausgeschnitten erscheinen und auf eine naive Fröhlichkeit verweisen…

Wir zeigen euch in diesem Blogbeitrag exklusive Backstage-Eindrücke, fotografiert von Matthias Baus.
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Vorgefühlt: “Die große Wörterfabrik”

Am 12. Februar feiert das Puppentheaterstück „Die große Wörterfabrik“ auf der Probebühne 4 im Theater Koblenz Premiere. In der Inszenierung von Friederike Förster erzählt uns Fiona gemeinsam mit ihrer Oma Marie von der Kraft und Macht der Sprache, von der Magie unmittelbarer Begegnung und von dem, über das meistens sehr laut geschwiegen wird. Angeregt von den Fragen einer 4. Klasse aus der Regenbogen Grundschule Lützel, die als Testpublikum eine Hauptprobe besuchte, hat Julia Göllner aus der Abteilung Theaterpädagogik ein fiktives Gespräch mit Fiona geführt.

Das ist Fiona
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Vorgefühlt: “Terminal 5 / Rohlinge” – „Eigentlich war ich ganz zufrieden mit meinem Leben“

In Simon Stephens’ „Terminal 5“ bewegt sich eine Frau durch das Gewimmel einer Großstadt, durch U-Bahn-Schächte und durch Flughafenhallen, bis sie sich am Ende aus den Menschenmassen herauskatapultiert, in einer sanften, unmerklichen Bewegung. In Dorian Brunz’ „Rohlinge“ kommt eine Frau aus dem Urlaub zurück und stellt fest, dass sie in ihrer Wohnung nicht mehr alleine ist. Markus Dietze (Regie) und Marie-Theres Schmidt (Co-Regie) inszenieren die beiden Texte im Atrium der Rhein-Mosel-Halle als Monologe für Magdalena Pircher: Szenische Audioinstallation und exzessive Soloperformance. Ein Gespräch mit dem Regieteam und Dramaturgin Julia Schinke.

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Vorgefühlt: Spielzeit 2021/22 – „Wie bleiben wir zeitgenössisch?“

Intendant Markus Dietze im Interview mit Falk Schreiber.
Das Gespräch fand am Ende der vergangenen Spielzeit statt.

Markus Dietze, wie erinnern Sie sich an die Situation vor einem Jahr? An die Präsentation der Spielzeit 2019/2020?

Die jetzt zu Ende gehende Spielzeit haben wir ja schon im Dezember 2019 präsentiert, da war von Corona noch keine Rede. Und später haben wir mantramäßig „Wenn wir nur fest genug glauben, dann können wir alles durchziehen!“ gesagt. Dieses Jahr ist in einem entscheidenden Punkt anders: Wir haben extrem lange gewartet mit der Veröffentlichung. Das ändert nichts an der Tatsache, dass wir nicht wissen, ob es im Herbst wieder zu solch massiven Einschränkungen kommen wird, dass ein Vorstellungsbetrieb im Theater nicht mehr stattfinden kann.

Das Große Haus in Panoramaansicht vom 2. Rang aus gesehen (Foto: Matthias Baus)
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