Theatertage Rheinland-Pfalz 2026

Wie das Universum ist das Theater ein Raum, wo Welten entstehen, entdeckt und ergründet werden können. Die Theatertage Rheinland-Pfalz bringen alle zwei Jahre die vier großen Mehrspartenhäuser des Bundeslandes am wechselnden Gastgeberstandort zusammen und ermöglichen so den Ensembles künstlerische Begegnung und dem Publikum Zugang zu verschiedenen theatralen Welten. Vom 14.–27. März 2026 richtet erstmals das Theater Koblenz dieses besondere Festival aus und empfängt das Staatstheater Mainz, das Pfalztheater Kaiserslautern, das Theater Trier im Theaterzelt. Präsentiert werden besonders gelungene Repertoirestücke, Neuproduktionen und Projekte zu aktuellen Themen aus Schauspiel, Musiktheater, Tanz, Puppentheater und Digital Theatre.

Das Festival fördert den künstlerischen Austausch zwischen den Theatern, ihren Ensembles sowie mit dem Publikum und ist deshalb ein ganz besonderes Ereignis für Theaterleute, Kulturfreunde und Theaterfans gleichermaßen. Es bringt die Vielfalt der rheinlandpfälzischen Theaterlandschaft auf eine gemeinsame Bühne – und 2026 erstmals nach Koblenz. Das begleitende Rahmenprogramm bietet Gelegenheit zum Austausch zwischen Gästen, Ensembles und Publikum und schafft so Verbindungen, die über die Aufführungen hinaus gehen und bestehen bleiben.

Im Rahmen der Theatertage Rheinland-Pfalz werden außerdem die Else-Lasker-Schüler-Preise zur Förderung des deutschsprachigen Dramas verliehen. Diese werden im Auftrag des Ministeriums für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz ausgeschrieben. Das mit dem ersten Preis ausgezeichnete Werk wird am Pfalztheater Kaiserslautern uraufgeführt.

 

 

Das waren die Theatertage Rheinland-Pfalz 2026

„Meister Floh“: Das große Finale

31. März 2026 · Dr. Patrick Mertens

Zum Abschluss der Theatertage Rheinland-Pfalz gastierte das Staatstheater Mainz mit „Meister Floh“ in Koblenz. Im letzten Teil unserer Blog-Serie reflektiert Musikwissenschaftler Dr. Patrick Mertens über die Produktion und die anschließende Abschlussparty eines ebenso abwechslungsreichen wie anregenden Festivals.

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„Der Fiskus“: Wenn das System sich selbst auffrisst

31. März 2026 · Dr. Patrick Mertens

In Teil 9 unserer Serie zu den Theatertagen Rheinland-Pfalz tauchen wir in die Welt des alltäglichen Behördenwahnsinns ein. Musikwissenschaftler Dr. Patrick Mertens hat die Finanzamt-Komödie „Der Fiskus“, ein Gastspiel des Theaters Trier, besucht und berichtet.

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Von der Vielseitigkeit des Gehens: „Sphynx #2“

30. März 2026 · Dr. Patrick Mertens

Im Rahmen der Theatertage Rheinland-Pfalz gastierte tanzmainz mit der vielgelobten Produktion „Sphinx #2“ in Koblenz. Musikwissenschaftler Dr. Patrick Mertens teilt im achten Teil unserer Serie seine Eindrücke von dem faszinierenden Tanzabend.

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Kohlhaas: Was ist gerecht?

26. März 2026 · Dr. Patrick Mertens

Heinrich von Kleist verhandelt in seiner Novelle „Michael Kohlhaas“ die Diskrepanz zwischen Recht und Gerechtigkeit. Das Pfalztheater Kaiserslautern hat seine Klassenzimmer-Adaption des Werks gestern gleich zwei Mal im Rahmen der Theatertage Rheinland-Pfalz in Koblenz gezeigt. Musikwissenschaftler Dr. Patrick Mertens berichtet im siebten Teil unserer Blog-Serie über den eindringlichen Abend.

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DDD: Stimmen von morgen

25. März 2026 · Dr. Patrick Mertens

Das Literaturfestival "ganzOhr 2026" und die Theatertage Rheinland-Pfalz treffen im sechsten Teil unserer Blog-Serie aufeinander: Bei DDD wurden am Sonntagabend drei Texte junger Autor:innen vorgestellt, gelesen und diskutiert. Musikwissenschaftler Dr. Patrick Mertens teilt seine Eindrücke.

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Schlagerträume: Ein Phänomen für alle

23. März 2026 · Dr. Patrick Mertens

Das inklusive Projekt „Schlagerträume“ feiert die verbindende Kraft von Schlager. Im fünften Teil unserer Serie zu den Theatertagen Rheinland-Pfalz erzählt Musikwissenschaftler Dr. Patrick Mertens, was ihm an dem Abend zum Mitsingen, Mittanzen und Mitfeiern besonders gefallen hat.

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Die Ärztin: Ein Spiel mit Identitäten

20. März 2026 · Dr. Patrick Mertens

Am Donnerstagabend gastierte das Pfalztheater Kaiserslautern mit seiner neuen Produktion von Robert Ickes Drama „Die Ärztin“ im Theaterzelt. In Teil 4 unserer Serie zu den Theatertagen Rheinland-Pfalz stellt Musikwissenschaftler Dr. Patrick Mertens das Stück und die Inszenierung vor.

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Zwischen Flucht, Alltag und Erinnerung: „My Personal Ten Years“

20. März 2026 · Dr. Patrick Mertens

Die syrische Theatermacherin Rania Mleihi offenbart in einer Solo-Performance ihre ganz persönlichen Perspektiven auf Migration. Musikwissenschaftler Dr. Patrick Mertens hat die Veranstaltung besucht und teilt seine Eindrücke im dritten Teil unserer Serie zu den Theatertagen Rheinland-Pfalz.

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Geistergeschichte trifft Psychodrama: Brittens „Turn of the Screw“

18. März 2026 · Dr. Patrick Mertens

Im zweiten Teil unserer Serie zu den Theatertagen Rheinland-Pfalz tauchen wir in die Welt der viktorianischen Gruselliteratur ein. Musikwissenschaftler Dr. Patrick Mertens hat Benjamin Brittens Oper „The Turn of the Screw“, ein Gastspiel des Theaters Trier, besucht und teilt seine Eindrücke.

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Wo Welten entstehen – Die Theatertage Rheinland-Pfalz

16. März 2026 · Dr. Patrick Mertens

In unserer zehnteiligen Blog-Serie berichtet Musikwissenschaftler Dr. Patrick Mertens über die Theatertage Rheinland-Pfalz 2026. Den Auftakt bilden die Eröffnungsfeier und die Premiere von „Orfeo ed Euridice“.

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Else-Lasker-Schüler-preise

Der Else-Lasker-Schüler-Preise wird seit 1993 vom Pfalztheater Kaiserslautern im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz zur Förderung der deutschsprachigen Dramatik vergeben. Benannt ist er nach der deutsch-jüdischen Schriftstellerin Else Lasker-Schüler (1869–1945), um ihr Werk ins Bewusstsein zu rücken, doch ohne damit ästhetische oder inhaltliche Vorgaben zu machen. Der Preis gliedert sich in einen mit 10.000 Euro dotierten Dramatikpreis für ein Gesamtwerk sowie einen dreistufigen Stückepreis zur Förderung neuer Autor:innen. 2026 geht der Else-Lasker-Schüler-Dramatikpreis an die Autorin Maria Milisavljević (r.i.B.) für ihre sprachlich präzisen Stücke, die Gewalt, Unterdrückung und Solidarität aus weiblicher Perspektive thematisieren. Ihre Texte verbinden poetische Verdichtung mit genauer Alltagsbeobachtung. Milisavljević weicht der Wirklichkeit nicht aus, sondern vertieft sie, legt in konkreten Situationen archaische Muster frei und entwirft zugleich Gegenbilder von Empathie, Solidarität und Gemeinsinn. Exemplarisch dafür stehen Stücke wie „Brandung“, in dem eine Gruppe das Verschwinden einer jungen Frau nicht hinnehmen will, „Beben“, das dem Terror das radikale Prinzip der Liebe entgegensetzt, sowie „Staubfrau“, in dem drei Frauen aus unterschiedlichen Generationen das Schweigen über erfahrene Gewalt brechen. Ihre Arbeiten spiegeln Erfahrungen aus London, Toronto und Deutschland wider und vereinen unterschiedliche Theatererfahrungen zu einem Schreiben von großer Dringlichkeit und Schärfe.

Der 1. Else-Lasker-Schüler-Stückepreis 2026, dotiert mit 5.000 Euro, geht an Fayer Koch für „Herz-Emoji, Bizeps“. Das ebenso komische wie erschütternde Stück erzählt die Geschichte von Max, einem jungen Mann zwischen feministischer Überzeugung und der Sehnsucht nach traditioneller Männlichkeit.

Der 2. Stückepreis in Höhe von 3.000 Euro wird Lamin Leroy Gibba für „Doppeltreppe zum Wald“ verliehen. In seinem (Anti-)Konversationsstück begegnen sich neun schwarze Personen in einem geschützten Raum und sprechen über Alltagserfahrungen, Rassismus, Trauma und die Suche nach Gemeinschaft in der Gegenwart. Bei aller Tragweite der Themen vertiefen sich die neun in nichts. Autor, Schauspieler und Regisseur Lamin Leroy Gibba gelingt mit „Doppeltreppe zum Wald“ ein dichtes, mitreißendes (Anti- )Konversationsstück, dessen Figuren ihre Plastizität gerade aus der Knappheit ihrer Repliken gewinnen, aus dem, was bloß angerissen wird und dem, was ungesagt bleibt.
Den 3. Stückepreis, dotiert mit 2.000 Euro, erhält Levi Roderich Kuhr für „FRITZ – Der Komödie erster Teil“. Das Stück ist ein kraftvoller Kommentar zur gesellschaftlichen Gegenwart, in ihrer Überforderung durch globale Krisen, Fragmentierung in digitaler Dauerpräsenz und ihrer existenziellen Erschöpfung. Levi Roderich Kuhr gelingt es mit diesem Stück, die psychische und soziale Erschöpfung einer Generation zu artikulieren, die zwischen Sinnsuche und Systemkritik taumelt. Er trifft mit sprachlicher Brillanz und stream-of-consciousness-Stil den Nerv der Zeit und verwandelt das Stück in einen Spiegel gesellschaftlicher Befindlichkeiten.

Die Preisverleihung findet im Rahmen der Eröffnung der Theatertage Rheinland-Pfalz statt. Kulturministerin Katharina Binz gratuliert den Preisträgerinnen und Preisträgern und dankt der Jury: „Der Else Lasker-Schüler-Dramatikpreis und die Stückepreise zeigen, wie vielfältig die deutschsprachige Gegenwartsdramatik sowohl mit Blick auf Inhalte als auch ästhetische Ausdrucksweisen ist. Nicht von ungefähr findet deshalb die Auszeichnung hohe Anerkennung in der Fachwelt.“ Die Juryentscheidung trafen Esther Boldt, Meike Klingenberg, Franziska Schößler, Ulrich Khuon, Markus Dietze und Daniel Böhm (Vorsitz).

Die teilnehmenden Theater

Staatstheater Mainz

Das Staatstheater Mainz befindet sich im Zentrum der Stadt – eine Verortung, die das Theater inhaltlich als seine wichtigste Aufgabe versteht: mitten in der Gesellschaft, Teil der Stadt, zentraler Ort für Austausch und Begegnung sein – nah dran an den Menschen und den Themen, die sie bewegen. Mit fünf Spielorten bietet das Theater Bühnen verschiedener Größe für unterschiedlichste Formate. Musiktheater, Schauspiel, tanzmainz, Konzerte sowie das Junge Staatstheater justmainz bieten einen vielfältigen Spielplan für alle Altersgruppen.

Foto: © Staatstheater Mainz

Pfalztheater

Das Pfalztheater in Kaiserslautern ist das einzige Theater mit festem Ensemble in der Pfalz. Als Mehrspartenhaus mit Schauspiel, Oper, Operette, Musical, Tanz, Konzert und Theater für Kinder und Jugendliche bringt es mit rund 400 Aufführungen im Jahr ein ausgewogenes und anspruchsvolles Repertoire in seinem Kaiserslauterer Stammhaus (Großes Haus und Werkstattbühne) auf die Bühne. Das Pfalztheater trägt außerdem mit einem regen Abstecherbetrieb zur kulturellen Bereicherung der gesamten Region und darüber hinaus bei und erfüllt so den Auftrag des Bezirksverbands Pfalz.

Foto: © Pfalztheater Kaiserslautern

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Theater Trier

Das Theater Trier ist ein Dreispartenhaus mit Musiktheater, Schauspiel und Ballett, sowie einem großen Konzertprogramm und vielfältigen Angeboten für Kinder und Jugendliche. Als zentrale Kulturinstitution der ältesten Stadt Deutschlands verstehen wir uns als Ort der Begegnung, des Dialogs und der Inspiration. Das Theater Trier setzt in der Programmauswahl Klassiker neben Unbekanntes, Altes gegen Neues, dargeboten von einem Ensemble, welches sich aus Künstlerinnen und Künstlern aus allen Teilen Europas zusammensetzt. Seit der Gründung 1802 ist das Theater damit wichtiger Teil des städtischen Kulturlebens und damit auch der Trierer Bürgerschaft sowie des regionalen Einzugsgebietes.

Foto: © Theater Trier