Vorgefühlt: “La Cenerentola” – Ruckedigu, ruckedigu, Blut ist im Schuh

Das Libretto der 1817 uraufgeführten Oper „La Cenerentola“ basiert auf dem bekannten Märchen „Cendrillon“ aus der Sammlung Charles Perraults. Hierzulande wurde es als „Aschenputtel“ von den Brüdern Grimm in die „Kinder- und Hausmärchen“ aufgenommen. Das Libretto der Opera buffa von Jacopo Ferretti verzichtet allerdings auf jegliche Elemente von Phantastik und Magie – zugunsten eines markanten Realismus und durchaus zeitkritischer Züge. In „Aschenputtel“ drangsaliert noch die böse Stiefmutter das arme Mädchen. In der Oper wird die häusliche Tyrannin, wie bereits in anderen Fassungen des Märchens, durch einen Stiefvater ersetzt. Dieser ist in „La Cenerentola“ ein verarmter Adliger, der sich durch die Ehe einer Tochter mit einem Prinzen finanziell sanieren und gesellschaftlich rehabilitieren will. Die Rolle der Märchenfee übernimmt als Alidoro der Lehrmeister des Prinzen. Und auch der berühmte gläserne Pantoffel (oder Tanzschuh), mit dem der Prinz im Märchen auf der Suche nach seiner mysteriösen Angebeteten von Haus zu Haus reist, kommt nicht mehr vor. Im Libretto wird der Schuh durch einen Armreifen ersetzt. In der Inszenierung von Alfonso Romero Mora erwartet das Koblenzer Publikum in dieser Hinsicht eine Überraschung.

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Inszenierungen aus anderen Perspektiven: Regieassistentin Elisabeth Paula Neumann

Peter Eötvös’ „Der goldene Drache“ erlebte erst im Juni 2014 seine Uraufführung in Frankfurt. Seither wurde dieses humorvolle, groteske, aber poetische Musiktheater, das Roland Schimmelpfennigs gleichnamiges Schauspiel zur Grundlage hat, in Deutschland nur in Bremerhaven aufgeführt. Nun hat das Theater Koblenz die Freude, dieses bemerkenswerte, bei allem Humor durchaus auch sozialkritische Werk für sein Publikum zu spielen. Elisabeth Neumann hat als Regieassistentin die Produktion von Probenbeginn an begleitet. Sie klärt uns über die vertrackte Handlung auf, erzählt von den Hintergründen und Kniffen im Umgang mit dem Werk und gibt einen Einblick über Atmosphäre und Stimmung in der Probenzeit.

Regieassistentin Elisabeth Paula Neumann

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Vorgefühlt: „Der goldene Drache“

Chinesische, japanische, indische, koreanische und Thai-Restaurants gehören inzwischen überall zum Straßenbild. Asiatische Kost wird mit den Attributen leicht und lecker verbunden und trifft auf den westlichen Zeitgeist des Fitness- und Wellness-Wahns. Asiatisches Essen ist „in“. Dabei interessiert es niemanden, wie es hinter der goldenen „winke Katze“ in der Küche zugeht. Welches Schicksal hat die Menschen in den Küchen der asiatischen Schnellrestaurants ereilt und woher kommen sie?

Nummer 31: Gai Grob Prio Wan
kross gebackene Hähnchenbrust mit Morcheln, Ananas, Pfirsich (süß-sauer)

Fahles Sonnenlicht fällt durch die Fensterscheiben auf die Tische. Es duftet nach Zitronengras, Thai-Ingwer und Erdnusssoße. Ein paar Quadratmeter Asien mit asiatischen Gerichten, asiatischen Köchen und Glückskeksen. Das Essen ist leicht verdaulich, sehr gesund und von wenig scharf bis extra scharf variieren die Aromen, die auf den europäischen Gaumen angepasst sind und einen Hauch Exotik in den Alltag bringen. Der Asia Deli, wie es heute heißt, passt in den neuen Life-Style unserer Zeit. Es schmeckt und ist preiswert.

Leckere Requisiten in Der goldene Drache
Foto: Matthias Baus für das Theater Koblenz

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Vorgefühlt: „Das schlaue Füchslein“

„Fressen Sie Kaninchenfleisch?“ ist in der Opernliteratur eine eher selten gestellte und ungewöhnliche Frage, wenn es darum geht, um eine Braut zu werben.

In der Oper „Das schlaue Füchslein“ von Leoš Janáček, der in den ursprünglichen Naturlandschaften von Mähren lebte und viel Zeit in den Wäldern verbrachte, um die Natur zu studieren, klingt die Frage romantisch. Sicher hat der Komponist bei seinen Streifzügen den ein oder anderen Tierklatsch der Waldbewohner aufgeschnappt. Überzeugen Sie sich selbst:

Stoffhase bei Das schlaue Füchslein
Tierische Requisiten kommen zum Einsatz. (Foto: Matthias Baus für das Theater Koblenz)

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