Theatertage Rheinland-Pfalz 2026
Wie das Universum ist das Theater ein Raum, wo Welten entstehen, entdeckt und ergründet werden können. Die Theatertage Rheinland-Pfalz bringen alle zwei Jahre die vier großen Mehrspartenhäuser des Bundeslandes am wechselnden Gastgeberstandort zusammen und ermöglichen so den Ensembles künstlerische Begegnung und dem Publikum Zugang zu verschiedenen theatralen Welten. Vom 14.–27. März 2026 richtet erstmals das Theater Koblenz dieses besondere Festival aus und empfängt das Staatstheater Mainz, das Pfalztheater Kaiserslautern, das Theater Trier im Theaterzelt. Präsentiert werden besonders gelungene Repertoirestücke, Neuproduktionen und Projekte zu aktuellen Themen aus Schauspiel, Musiktheater, Tanz, Puppentheater und Digital Theatre.
Das Festival fördert den künstlerischen Austausch zwischen den Theatern, ihren Ensembles sowie mit dem Publikum und ist deshalb ein ganz besonderes Ereignis für Theaterleute, Kulturfreunde und Theaterfans gleichermaßen. Es bringt die Vielfalt der rheinlandpfälzischen Theaterlandschaft auf eine gemeinsame Bühne – und 2026 erstmals nach Koblenz. Das begleitende Rahmenprogramm bietet Gelegenheit zum Austausch zwischen Gästen, Ensembles und Publikum und schafft so Verbindungen, die über die Aufführungen hinaus gehen und bestehen bleiben.
Im Rahmen der Theatertage Rheinland-Pfalz werden außerdem die Else-Lasker-Schüler-Preise zur Förderung des deutschsprachigen Dramas verliehen. Diese werden im Auftrag des Ministeriums für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz ausgeschrieben. Das mit dem ersten Preis ausgezeichnete Werk wird am Pfalztheater Kaiserslautern uraufgeführt.
Alle Welten. Halber Preis
Mit der Festivalcard 50 für einmal 29 Euro sparen Sie 50 % auf alle Kartenkäufe für Vorstellungen im Rahmen der Theatertage Rheinland-Pfalz 2026. Die Festivalcard 50 kann sich bereits ab einem Besuch von zwei Vorstellungen für Sie lohnen – lassen Sie sich hierzu gerne an der Theaterkasse beraten. Dieses Angebot ist daher ideal geeignet, wenn Sie zwei bis drei ausgewählte Festivalabende oder so viele Veranstaltungen wie möglich erleben möchten!
Die Festivalcard 50 ist ausschließlich an den Kassen des Theaters Koblenz erhältlich und nur hier auf Kartenkäufe einlösbar. Dieser Service ist auch telefonisch (0261 1292840) verfügbar. Eine entsprechend rabattierte Eintrittskarte ist nur in Verbindung mit der Festivalcard 50 gültig. Die Festivalcard 50 berechtigt jeweils immer nur eine Person zum Kauf eines rabattierten Tickets zur persönlichen Nutzung und ist nicht kombinierbar.
Else-Lasker-Schüler-preise
Der Else-Lasker-Schüler-Preise wird seit 1993 vom Pfalztheater Kaiserslautern im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz zur Förderung der deutschsprachigen Dramatik vergeben. Benannt ist er nach der deutsch-jüdischen Schriftstellerin Else Lasker-Schüler (1869–1945), um ihr Werk ins Bewusstsein zu rücken, doch ohne damit ästhetische oder inhaltliche Vorgaben zu machen. Der Preis gliedert sich in einen mit 10.000 Euro dotierten Dramatikpreis für ein Gesamtwerk sowie einen dreistufigen Stückepreis zur Förderung neuer Autor:innen. 2026 geht der Else-Lasker-Schüler-Dramatikpreis an die Autorin Maria Milisavljević (r.i.B.) für ihre sprachlich präzisen Stücke, die Gewalt, Unterdrückung und Solidarität aus weiblicher Perspektive thematisieren. Ihre Texte verbinden poetische Verdichtung mit genauer Alltagsbeobachtung. Milisavljević weicht der Wirklichkeit nicht aus, sondern vertieft sie, legt in konkreten Situationen archaische Muster frei und entwirft zugleich Gegenbilder von Empathie, Solidarität und Gemeinsinn. Exemplarisch dafür stehen Stücke wie „Brandung“, in dem eine Gruppe das Verschwinden einer jungen Frau nicht hinnehmen will, „Beben“, das dem Terror das radikale Prinzip der Liebe entgegensetzt, sowie „Staubfrau“, in dem drei Frauen aus unterschiedlichen Generationen das Schweigen über erfahrene Gewalt brechen. Ihre Arbeiten spiegeln Erfahrungen aus London, Toronto und Deutschland wider und vereinen unterschiedliche Theatererfahrungen zu einem Schreiben von großer Dringlichkeit und Schärfe.
Der 1. Else-Lasker-Schüler-Stückepreis 2026, dotiert mit 5.000 Euro, geht an Fayer Koch für „Herz-Emoji, Bizeps“. Das ebenso komische wie erschütternde Stück erzählt die Geschichte von Max, einem jungen Mann zwischen feministischer Überzeugung und der Sehnsucht nach traditioneller Männlichkeit.
Der 2. Stückepreis in Höhe von 3.000 Euro wird Lamin Leroy Gibba für „Doppeltreppe zum Wald“ verliehen. In seinem (Anti-)Konversationsstück begegnen sich neun schwarze Personen in einem geschützten Raum und sprechen über Alltagserfahrungen, Rassismus, Trauma und die Suche nach Gemeinschaft in der Gegenwart. Bei aller Tragweite der Themen vertiefen sich die neun in nichts. Autor, Schauspieler und Regisseur Lamin Leroy Gibba gelingt mit „Doppeltreppe zum Wald“ ein dichtes, mitreißendes (Anti- )Konversationsstück, dessen Figuren ihre Plastizität gerade aus der Knappheit ihrer Repliken gewinnen, aus dem, was bloß angerissen wird und dem, was ungesagt bleibt.
Den 3. Stückepreis, dotiert mit 2.000 Euro, erhält Levi Roderich Kuhr für „FRITZ – Der Komödie erster Teil“. Das Stück ist ein kraftvoller Kommentar zur gesellschaftlichen Gegenwart, in ihrer Überforderung durch globale Krisen, Fragmentierung in digitaler Dauerpräsenz und ihrer existenziellen Erschöpfung. Levi Roderich Kuhr gelingt es mit diesem Stück, die psychische und soziale Erschöpfung einer Generation zu artikulieren, die zwischen Sinnsuche und Systemkritik taumelt. Er trifft mit sprachlicher Brillanz und stream-of-consciousness-Stil den Nerv der Zeit und verwandelt das Stück in einen Spiegel gesellschaftlicher Befindlichkeiten.
Die Preisverleihung findet im Rahmen der Eröffnung der Theatertage Rheinland-Pfalz statt. Kulturministerin Katharina Binz gratuliert den Preisträgerinnen und Preisträgern und dankt der Jury: „Der Else Lasker-Schüler-Dramatikpreis und die Stückepreise zeigen, wie vielfältig die deutschsprachige Gegenwartsdramatik sowohl mit Blick auf Inhalte als auch ästhetische Ausdrucksweisen ist. Nicht von ungefähr findet deshalb die Auszeichnung hohe Anerkennung in der Fachwelt.“ Die Juryentscheidung trafen Esther Boldt, Meike Klingenberg, Franziska Schößler, Ulrich Khuon, Markus Dietze und Daniel Böhm (Vorsitz).
Die teilnehmenden Theater
Staatstheater Mainz
Das Staatstheater Mainz befindet sich im Zentrum der Stadt – eine Verortung, die das Theater inhaltlich als seine wichtigste Aufgabe versteht: mitten in der Gesellschaft, Teil der Stadt, zentraler Ort für Austausch und Begegnung sein – nah dran an den Menschen und den Themen, die sie bewegen. Mit fünf Spielorten bietet das Theater Bühnen verschiedener Größe für unterschiedlichste Formate. Musiktheater, Schauspiel, tanzmainz, Konzerte sowie das Junge Staatstheater justmainz bieten einen vielfältigen Spielplan für alle Altersgruppen.
Foto: © Staatstheater Mainz
Pfalztheater
Das Pfalztheater in Kaiserslautern ist das einzige Theater mit festem Ensemble in der Pfalz. Als Mehrspartenhaus mit Schauspiel, Oper, Operette, Musical, Tanz, Konzert und Theater für Kinder und Jugendliche bringt es mit rund 400 Aufführungen im Jahr ein ausgewogenes und anspruchsvolles Repertoire in seinem Kaiserslauterer Stammhaus (Großes Haus und Werkstattbühne) auf die Bühne. Das Pfalztheater trägt außerdem mit einem regen Abstecherbetrieb zur kulturellen Bereicherung der gesamten Region und darüber hinaus bei und erfüllt so den Auftrag des Bezirksverbands Pfalz.
Foto: © Pfalztheater Kaiserslautern
Theater Trier
Das Theater Trier ist ein Dreispartenhaus mit Musiktheater, Schauspiel und Ballett, sowie einem großen Konzertprogramm und vielfältigen Angeboten für Kinder und Jugendliche. Als zentrale Kulturinstitution der ältesten Stadt Deutschlands verstehen wir uns als Ort der Begegnung, des Dialogs und der Inspiration. Das Theater Trier setzt in der Programmauswahl Klassiker neben Unbekanntes, Altes gegen Neues, dargeboten von einem Ensemble, welches sich aus Künstlerinnen und Künstlern aus allen Teilen Europas zusammensetzt. Seit der Gründung 1802 ist das Theater damit wichtiger Teil des städtischen Kulturlebens und damit auch der Trierer Bürgerschaft sowie des regionalen Einzugsgebietes.
Foto: © Theater Trier