Dido and Aeneas | Waiting for you
Oper von Henry Purcell | Ballettabend von Steffen Fuchs
Ein Kosmos menschlicher Emotionen, vertont in Henry Purcells außergewöhnlicher Ausdruckskraft und verbunden im Zusammenspiel von Oper, Tanz und Puppenspiel.
Dido and Aeneas
Henry Purcell komponierte seine einzige vollendete Oper wahrscheinlich in den 1680er-Jahren, vermutlich für ein Mädchenpensionat in Chelsea oder den englischen Hof. Sicher ist: „Dido and Aeneas“ gehört zu den eindringlichsten musikalischen Tragödien des Barock.
In weniger als einer Stunde entfaltet Purcell ein ganzes Weltgefüge aus Liebe, Verrat und Untergang. Die Handlung folgt dem Mythos aus Vergils „Aeneis”: Dido, Königin von Karthago, begegnet dem trojanischen Helden Aeneas, verliebt sich in ihn und verliert alles. Von einer dunklen Macht getäuscht, verlässt Aeneas sie, um seiner Pflicht zu folgen. Für Dido gibt es keinen Trost, keine Rückkehr, kein Vergessen – ihr Entschluss, sich das Leben zu nehmen, ist bittere Folgerichtigkeit.
Purcells Musik besitzt eine Unmittelbarkeit, die erschüttert. Nur Streicher und Cembalo erzeugen eine Dichte, die wie körperlicher Schmerz wirkt. Der Chor ist Teil des Geschehens: Er tröstet, verführt, verspottet und klagt. Didos berühmtes Lamento am Ende zählt zu den großen Geburtsstunden des musikalischen Ausdrucks von Einsamkeit. Kein Ornament, kein Trost, nur reine, durchsichtige Emotion.
Dieses Werk zeigt, wie Liebe an ihrer eigenen Wahrhaftigkeit zerbrechen kann – und wie Purcell aus einem Mythos ein menschliches Herz macht. Die Koblenzer Neuinszenierung entsteht in intensiver Kooperation mit der Puppentheatersparte und setzt so die erfolgreiche spartenübergreifende und mediale Ausdeutung musikalischer Werke fort.
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Wating for you
„Waiting for you“ bildet den tänzerischen Auftakt zu Henry Purcells musikalischem Meisterwerk. Darin ergänzt Ballettdirektor Steffen Fuchs Purcells „Dido and Aeneas” um eine zeitgenössische Perspektive auf das nie auserzählte Thema der hoffenden und verschmähten Liebe, des verzehrenden Wartens und des bitteren Verlusts der geliebten Person. Ein Zustand zwischen Sehnsucht und Stillstand, Hoffnung und Erinnerung.
Tanz und Gesang begegnen einander dabei als sich vereinende Ausdrucksformen: Der Körper wird zur Stimme, die Stimme zur Bewegung. So teilen sich Sänger:innen des Musiktheaterensembles und das Ballett in diesem einzigartigen und intensiven Theaterabend die Bühne, atmen denselben Rhythmus und lassen Musik und Bewegung symbiotisch ineinanderfließen.
Die Komponist:innen Franz Schubert, Clara Schumann, Hugo Wolf und Cecilia Livingston haben epochenübergreifend die vielen Facetten der Liebeslyrik vertont. Diese klingenden Gedichte bilden den musikalischen Ausgangspunkt der choreografischen Arbeit an „Waiting for you“.
Spielort
Großes Haus
Werkeinführung
30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Oberen Foyer