Preisverleihung: Else-Lasker-Schüler-Preise
Eröffnung Theatertage Rheinland-Pfalz 2026
Einladung zur Verleihung der Else-Lasker-Schüler-Preise
Der Else-Lasker-Schüler-Dramatikpreis wird seit 1993 vom Pfalztheater Kaiserslautern im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz zur Förderung der deutschsprachigen Dramatik vergeben. Benannt ist er nach der deutsch-jüdischen Schriftstellerin Else Lasker-Schüler (1869–1945), mit der Intention, ihr Werk im Bewusstsein zu halten, doch ohne damit ästhetische oder inhaltliche Vorgaben zu machen. Der Preis gliedert sich in den mit 10.000 Euro dotierten Dramatikpreis für ein Gesamtwerk sowie seit 2014 in drei gestaffelte Stückepreise zur Förderung neuer Autor:innen. Die Else-Lasker-Schüler-Preise werden inzwischen alle zwei Jahre im Rahmen der Theatertage Rheinland-Pfalz verliehen.
Der Else-Lasker-Schüler-Dramatikpreis 2026 geht an Maria Milisavljević, die in ihren Stücken mit großer sprachlicher Präzision die Erfahrungen von Gewalt, Missachtung und Unterdrückung, insbesondere aus weiblicher Perspektive, untersucht. Milisavljević weicht der Wirklichkeit nicht aus, sondern vertieft sie, legt in konkreten Situationen archaische Muster frei und entwirft zugleich Gegenbilder von Empathie, Solidarität und Gemeinsinn. Exemplarisch dafür stehen Stücke wie „Brandung“, in dem eine Gruppe das Verschwinden einer jungen Frau nicht hinnehmen will, „Beben“, das dem Terror das radikale Prinzip der Liebe entgegensetzt, sowie „Staubfrau“, in dem drei Frauen aus unterschiedlichen Generationen das Schweigen über erfahrene Gewalt brechen. Ihre Arbeiten verbinden poetische Verdichtung mit genauer Alltagsbeobachtung und vereinen unterschiedliche Theatererfahrungen zu einem Schreiben von großer Dringlichkeit und Schärfe.
Der 1. Else-Lasker-Schüler-Stückepreis ist mit 5.000 Euro dotiert und mit der Uraufführung des ausgezeichneten Werks am Pfalztheater Kaiserslautern verbunden. Er geht an Fayer Koch für „Herz-Emoji, Bizeps“. Das ebenso komische wie erschütternde Stück erzählt von Max, der zwischen feministischen Überzeugungen und der Sehnsucht nach traditioneller Männlichkeit schwankt.
Der 2. Stückepreis (3.000 Euro) geht an Lamin Leroy Gibba für „Doppeltreppe zum Wald“ – ein dichtes, mitreißendes (Anti-)Konversationsstück, in dem neun Figuren in einer Safer Space Community für afro-deutsche Menschen aufeinandertreffen. Sie sprechen über Alltagserfahrungen, Rassismus, Trauma und die Suche nach Gemeinschaft in der Gegenwart.
Den 3. Stückepreis (2.000 Euro) erhält Levi Roderich Kuhr für „FRITZ – Der Komödie erster Teil“ – ein kraftvoller Kommentar zur gesellschaftlichen Gegenwart in ihrer Überforderung durch globale Krisen, Fragmentierung in digitaler Dauerpräsenz und ihrer existenziellen Erschöpfung.
Der Eintritt zur Preisverleihung ist frei, es sind kostenfreie Platzkarten an der Theaterkasse abholbar sowie online gegen eine Schutzgebühr reservierbar. Vor der Veranstaltung wird es einen Sektempfang geben. Im Anschluss findet die Eröffnung der Theatertage mit der Premiere von „Orfeo ed Euridice“ statt, hierfür sind die Eintrittskarten separat zu buchen.