Werther
Oper von Jules Massenet · Libretto von Édouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann nach Johann Wolfgang von Goethe · In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Werther liebt kompromisslos und zerstörerisch. Ein Opernabend wie ein offener Brief an alle Untröstlichen.
Im Zentrum von „Werther“ stehen zwei Menschen, die einander nah sind und sich doch nicht erreichen können. Werther erlebt Gefühle mit einer Intensität, die jede Grenze sprengt, während Charlotte versucht, ihre eigenen Regungen in einer Welt aus Verpflichtung, Verlässlichkeit und sozialer Ordnung zu kontrollieren. Zwischen beiden entsteht eine Nähe, die zugleich Hoffnung und Bedrohung ist: Für Werther wird sie zum Lebensinhalt, für Charlotte zum inneren Konflikt. Je stärker seine Sehnsucht wächst, desto entschlossener versucht sie, Haltung zu bewahren. „Werther“ beschreibt vielleicht mehr als eine private Liebesgeschichte das Scheitern zweier Menschen an der Unvereinbarkeit von emotionaler Wahrheit und sozialer sowie persönlicher Zumutbarkeit. Werthers Verzweiflung und Charlottes spätes Erkennen ihrer eigenen Gefühle sind zwei Seiten desselben zutiefst berührenden Dramas.
Jules Massenet war 1885 sofort ergriffen, als er Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ las. Aus dem 1774 erschienenen Briefroman formte er ein Musikdrama von außergewöhnlicher psychologischer Präzision. Die Partitur macht die Seelenzustände der Figuren und ihr unerfülltes Begehren mit feinsinniger Instrumentation und großen emotionalen Bögen hörbar. Im Zentrum steht dabei nicht das äußere Geschehen, sondern die musikalische Durchdringung intensiver Gefühlsregungen.
Die Koblenzer Inszenierung verortet Werther in den 1980er Jahren und interpretiert das Werk als Studie emotionaler Überforderung in einer scheinbar geordneten bürgerlichen Welt. Oper, Figurentheater und filmische Bilder verschränken sich zu einer hybriden Erzählweise, die eine besondere Nähe zu den Figuren schafft. Aus der genauen Arbeit an Massenets Musik entsteht ein dichtes Klang-, Raum- und Bilderlebnis, das Werthers seelische Topografie mit großer Klarheit freilegt.
Spielort
Theaterzelt
Spieldauer
ca. 2 Stunden 40 Minuten, Pause nach ca. 75 Minuten
Werkeinführung
30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer des Theaterzelts
Altersempfehlung 16+
Shuttlebus-Fahrplan
Zu den Vorstellungen bis zum 8. März 2026 fährt der Shuttle-Bus wie folgt:
| Hinfahrten zum Theaterzelt | Beginn 14:30 Uhr | |
| Hauptbahnhof (Steig A) | 13:25 | 13:55 |
| Zentralplatz/Forum (Steig C) | 13:29 | 13:59 |
| Stadttheater/Schloss (Steig A) | 13:30 | 14:00 |
| Rhein-Mosel-Halle (Steig B) | 13:31 | 14:01 |
| Kapuzinerplatz/Fähre | 13:34 | 14:04 |
| Festungsaufzug/DJH | 13:36 | 14:06 |
| Friesenstraße | 13:41 | 14:11 |
| Niederberg Kaserne | 13:43 | 14:13 |
| Theaterzelt | 13:45 | 14:15 |
| Hinfahrten zum Theaterzelt | Beginn 18:00 Uhr | Beginn 19:00 Uhr | ||
| Hauptbahnhof (Steig A) | 16:55 | 17:25 | 17:55 | 18:25 |
| Zentralplatz/Forum (Steig C) | 16:59 | 17:29 | 17:59 | 18:29 |
| Stadttheater/Schloss (Steig A) | 17:00 | 17:30 | 18:00 | 18:30 |
| Rhein-Mosel-Halle (Steig B) | 17:01 | 17:31 | 18:01 | 18:31 |
| Kapuzinerplatz/Fähre | 17:04 | 17:34 | 18:04 | 18:34 |
| Festungsaufzug/DJH | 17:06 | 17:36 | 18:06 | 18:36 |
| Friesenstraße | 17:11 | 17:41 | 18:11 | 18:41 |
| Niederberg Kaserne | 17:13 | 17:43 | 18:13 | 18:43 |
| Theaterzelt | 17:15 | 17:45 | 18:15 | 18:45 |
Die Rückfahrt der Busse erfolgt stets 15 Minuten nach Ende der Vorstellung.
Trailer
Besetzung
Werther
Piotr Gryniewicki
Charlotte
Albert
Sophie
Le Bailli
Schmidt
Johann
Brühlmann
Käthchen
Puppenspieler:innen
Annika Schaper
Tizian Steffen
Martin Vogel
Kinderchor
Opernchor (Damen)
Statisterie
Musikalische Leitung
Inszenierung
Markus Dietze
Bühne
Bodo Demelius
Kostüme
Astrid Noventa
Video
Georg Lendorff
Puppenbau
Louise Nowitzki
Dramaturgie
Andreas Wahlberg
Licht
Julia Kaindl
Theaterpädagogik
Julia Schutt
INNENWELTEN AUF DER BÜHNE
Diese Inszenierung liest „Werther“ als zeitgenössische Studie emotionaler Überforderung. Die Verbindung von Musik, Film und Figurentheater öffnet einen neuen Blick auf das Werk.